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557 Unermeßlich ſind die Nachtheile, welche aus dieſem Miß⸗ brauche des Worts Polizey, aus dieſer Ausdehnung ſeines urſpruͤnglichen Begriffs in ihr ganz fremde Gebiete, fuͤr die geſellige Menſchheit entſtanden ſind.
Iſt einmal die Rechtlichkeit des Prinzips dieſer neugeſchaffenen Staatspolizeygewalt zugegeben, ſo muß die
vollendete Ausbildung und die ſtrenge Ausuͤbung derſelben, die
buͤrgerliche Freyheit, durch den tiefſten Einſchnitt in die Men⸗ ſchenrechte, in ſo enge Graͤnzen bannen, daß dem Prinzip der Nazional⸗Oekonomie aller Wirkungskreis geſchloſſen iſt.
In dieſer neuen Staatsgewalt fand jener leidenſchaftliche Hang zum Viel⸗Regieren Nahrung, der vielleicht mehr Un⸗ gluͤckliche gemacht hat, als die Apathie der Staatsverwaltungen.
Da, wo dem Staatsbuͤrger jede Handlung abgewogen, jede Bewegung geregelt wird, wo bey jedem Schritt ihm die Staatsgewalt begegnet, wo ſie allenthalben ihn in eherne For⸗ men preßt, wo weder ſeine intellektuellen, noch phyſiſchen Krafte irgend einen unbelauerten Spielraum zur freyen Bewegung mehr finden, muß er ſein Daſeyn in einem peinlichen Zuſtande vertrauren, und der heitere Frohſinn, der reine Lebensgenuß, der Zweck der uͤber alle Zweige der Staatshaushaltung waltenden und gebietenden Nazional⸗Oekonomie iſt dahin.
558. Das Wort Polizey und die Polizeygewalt muß alſo zuruͤck gebannt werden in die Graͤnzen, innerhalb deren ſi ſie ein⸗
zig ein rechtliches Prinzip hat.
Nur die geſellige, nicht die geſellſchaftliche Ver⸗ bindung iſt ihr Gegenſtand; nur die Befoͤrderung der aus der geſelligen Verbindung entſpriegenden Vortheile, und die Abwendung der daraus reſultirenden Nachtheile, ſind ihr Wirkungskreis. Von ihm iſt alſo ausgeſchloſſen alles was die Staatsgeſellſchaftliche Verbindung der Staatsbuͤrger und
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