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Die Pflichten und Rechte, welche den Wirkungskreis der Polizeygewalt ausmachen ſollen, muͤſſen alſo einzig aus dem bleibenden Beyſammenſeyn mehrerer Staatsbuͤrger ent⸗ ſpringen, theils, weil dieſes Beyſammenſeyn eigene Beduͤrf⸗ niſſe und Genuͤſſe hervorbringt, theils weil aus ihm eigene Gefahren entſtehen; mithin die erſtern eine allwaltende Sorge der Regierung fuͤr deren Befriedigung und Bewahrung, ſo wie die leztern die Sorge fuͤr deren Verhuͤtung oder Vermin⸗ derung heiſchen. S
4 555.
Die Polizeygewalt ſchließt vorzuͤglich in Abſicht desjenigen Theils derſelben, der die Abwendung oder Minderung der Ge⸗ fahren betrift, welche aus der geſelligen Verbindung reſultiren, ihrer Natur nach eine raſche, unruͤckſichtliche Ausuͤbung derſelben unerlaͤßlich ein.
Gerade dieſe Eigenſchaft iſt es, welche die große Aus⸗ dehnung des Begriffs herbey gefuͤhrt und beguͤnſtigt hat.
Der Macht mußte nothwendig eine Gewalt ſehr will⸗ kommen ſeyn, die ihrer Natur nach keine Schranken zu⸗ ließ. Sie mußte alſo den Begriff dieſer Gewalt immer weiter auszudehnen ſtreben, die durch ihr Prinzip, naͤmlich das gemeinſchaftliche Wohl, an ſich einen unermeßbaren Spiel⸗ raum fuͤr die Willkuͤhr, unter den anſpruchloſeſten, ja ſogar den oͤffentlichen Dank gebietenden Formen der Pflichtausuͤbung oͤffnete.
Polizey wurde alſo der Zauberſtab der Machthaber. Durch den Talisman dieſes Worts wurden buͤrgerliche Frey⸗ heit und Eigenthum zum Spielzeug der Deſpozie; die Schran⸗ ken der Staatsverfaſſungen ſtuͤrzten ein, die Charta magna der Nazionen wurde zerriſſen.
556. Beguͤnſtigt wurde dieſe Ausdehnung des Begriffs der
Polizey durch die Gelegenheit, welche ſie bot, die Werkzeuge
der Gewalt, die Freunde und Beguͤnſtiger willkuͤhrlicher Macht
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