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umfaſſender, oͤffentlicher, aus der obwohl nicht ſo engen Ge⸗ ſelligkeit entſpringender Kalamitaͤten, draͤngten die Staats⸗ verwaltung zu Ausdehnung der urſpruͤnglich blos Staͤdtiſchen Polizey, auf die Dorfpolizey, und ſo, mittelſt einer natuͤrlichen, das Ganze des Staats umfaſſenden Stufenfolge, zu dem Begriff der Staatspolizey.
554· Die Polizey, als Staatsgewalt, iſt ihrem Urſprunge
und dem aus dieſem Urſprung zu berichtigenden Begriffe
gemaͤß, die Sorge fuͤr die Bewahrung und Erhoͤhung der Vor⸗ theile der geſelligen Verbindung der Staatsbuͤrger, ſo wie fuͤr die Abwendung der Nachtheile dieſer geſelligen Ver⸗ bindung.
Die geſellige und nicht die geſellſchaftliche Verbindung, iſt alſo der einzige und ausſchließende Gegenſtand der Polizeygewalt.
Jede Ausdehnung der Polizeygewalt 1. in die Staatsgeſellſchaftliche Verbindung der Staatsbuͤrger, ſo wie 2. in die einzelnenoder wechſelſeitigen Rechte der Staats⸗ buͤrger, die nicht unmittelbar aus dieſer Geſelligkeit, aus dieſem Beyſammenſeyn fließen, iſt alſo unrechtlich; denn ſie gehoͤrt einer andern Staatsge⸗ walt an.
Da, wo alſo die Geſelligkeit nicht exiſtirt, wo niche Beziehungen und Beruͤhrungspunkte als unmittelbare Beſtandtheile dieſer Geſelligkeit vorhanden ſind, iſt durchaus fuͤr die Polizeygewalt kein Spielraum.
Wir wollen annehmen, daß ein Staat aus Staatsbuͤr⸗ gern beſtuͤnde, deren Beſizungen, wie z. B. dermalen noch in den weiten Bezirken der Nordamerikaniſchen Freyſtaaten, gaͤnzlich iſolirt, abgeſondert waͤren, ſo wuͤrde fuͤr die Polizey⸗ gewalt kein Spielraum exiſtiren.


