552. 2. Nazional⸗Oekonomiſtiſche Polizeygeſezge⸗ bung und Verwaltung. Die Staatswirthſchaftslehrer bedienen ſich des Worts Polizey, um einen Theil derjenigen Wiſſenſchaft zu bezeichnen,
welche ſie Staatswirthſchaft nannten.
Nach den in dem Syſtem der Nazional⸗Oekonomie auf⸗ geſtellten Grundſaͤzen iſt Staatspolizey ein Theil der Staats⸗ haushaltung.
553. Urſpruͤnglich dachte man ſich in Teutſchland, bey dem aus
dem Auslande entnommenen Worte Polizey, die Sorge fuͤr
oͤffentliche Sicherheit und die Sicherung gewiſſer gemeinſchaft⸗ licher Vortheile der geſelligen Verbindung; dieſe geſellige Verbindung kann ſich haͤufig und in einem augenblicklich allge⸗ mein ſichtbaren Grade, nicht auf dem flachen Lande, ſondern nur in den Staͤdten aͤußern; man ſchraͤnkte alſo auch anfangs den Begriff der Polizey nur auf geſchloſſene Gemein⸗ heiten, Staͤdte ein. Die Sorge fuͤr die oͤffentlichen Brunnen, fuͤr die Reinlichkeit der Straßen, fuͤr die Entfernung allgemei⸗ ner, aus der Geſelligkeit entſpringender Ungluͤcksfaͤlle, z. B. der Feuersgefahr, der anſteckenden Krankheiten u. ſ. w. oder fuͤr die Rettung in ſolchen allgemeinen Ungluͤcksfaͤllen, oder fuͤr die Nahrung der Einwohner, alſo fuͤr die Beyſchaffung und Beſtimmung des Preiſes der Lebensmittel; dieß waren die urſpruͤnglichen Gegenſtaͤnde der Polizeygewalt. Die erſte Polizey war alſo die Staͤdtiſche. 1
Allmaͤhlig bildeten ſich die Begriffe uͤber den Staats⸗ zweck, alſo auch uͤber die Pflichten der Staatsverwaltung weiter aus. Man fuͤhlte: der Bewohner des flachen Landes beſize gleichen Anſpruch auf Sorge fuͤr das gemeinſchaftliche Wohl; die Pflicht der Staatsverwaltung erſtrecke ſich alſo auch auf dieſen ohnehin zahlreichern Theil der Staatsbuͤr⸗ ger, und die gehaͤuften Faͤlle allgemeiner, auch das flache Land


