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Irrig iſt alſo ihr angebliches Prinzip von Gleichheit und Gerechtigkeit, in der Eigenſchaft einer unwandel⸗
baren Auflage.
Dieſe Gleichheit und Gerechtigkeit wuͤrde ſelbſt durch eine
jaͤhrliche Steuerregulirung nicht gerettet werden koͤnnen: denn auch ſie vermoͤchte nicht den Antheil zu beſtimmen, den ſwaturereigniſſe, z. B. der Grad der Produkzionskraft, Un⸗ gluͤcksfalle, Viehverluſt, Krankheit des Landbauers, Mangel an Kapitalſtoff, oder Benuzung fremden Kapitalſtoffs, an dem augenblicklichen poſitifen Werthe des Grundeigenthums hatten. 6 524. Den weſentlichſten Vortheil, den man ſich in der Grund⸗ ſteuer dachte, ſuchte man in ihrer Gewißheit.
So wie ſich in dem Vorhergehenden ihre Unvereinbarkeit
mit dem Nazional⸗Oekonomieprinzip ausſpricht, ſo faͤllt auch
dieſe Gewißheit; die Staatsverwaltung kann immer nur neh⸗ men, wo etwas iſt. Ihrer Beharriichkeit ohngeachtet, ſieht ſie ſich ja bey Kalamitaͤten, welche den eigentlichen be— ſteuerbaren Gegenſtand vermindern oder verſchlingen, z. B. bey Ueberſchwemmungen, Hagelſchlag u. ſ. w. gezwungen, die Auflage zu erlaſſen.
525.
Vorzuͤglich iſt alſo die Grundſteuer von der Finanzgeſez⸗ gebung deswegen gewaͤhlt worden, weil der Gegen⸗ ſtand der Auflage nicht entgehen kann, weil ſie leicht uͤberſehbar, leicht erhebbar iſt.
Doch dieſe Leichtigkeit der Erhebung, dieſe Unmoͤglichkeit der Auflage zu entgehen, kann die Verlezung des Nazional⸗ Oekonomieprinzips nicht rechtfertigen. Sie kann den Staat nicht berechtigen, da zu nehmen, wo ſich kein Staatsan⸗ theil denten laßt; oder mehr zu nehmen, als ihm nach dem berechneten Staatsbeduͤrfniſſe gebuͤhrt.
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