Teil eines Werkes 
Vierter Band (1810) Lehrbuch der Nazional-Oekonomie / von Julius Gr. v. Soden
Entstehung
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41 105.

Aus obigen ergiebt ſich von ſelbſt, daß Smiths und anderer Bezeichnungen der Arbeit, als Kapital, unrich⸗

tig ſind.

Arbeit iſt Produktif⸗Kraft; alſo ein weſentlicher Beſtand⸗ theil des Nazional⸗Vermöͤgens;(Z. 82.) aber nicht Stoff; alſo auch nicht Kapital⸗Stoff(N. Oek. 1. B. Z. 56.).

106.

Der Produkt⸗Stoff kann einzig aus dem rodutin Ur⸗ Stoff gezogen werden; ſo wie aus dem Produkt⸗ Stoff wieder der Kapital⸗Stoff entſteht.

Es giebt fuͤr die Anhaͤufung des Kapital⸗Stoffs in der Nazional⸗Oekonomie keinen Punkt, wenn die Austheilung deſſelben oͤkonomiſtiſch, d. h., wenn ſie der phyſiſchen Genuß⸗ Vollkommenheit der Nazion nicht entgegen iſt.

Eine große Kapital-, oder Kapital⸗Stoff⸗Maſſe, in den Haͤnden einzelner Nazional⸗Glieder, und eine unverhaͤlt⸗ nißmaͤßig zu geringe in den Haͤnden der groͤßeren Zahl der⸗ ſelben iſt alſo gegen die Nazional⸗Oekonomie. Denn

1. Produktif⸗Kraft kann nur an eigenthuͤmlichem Stoff ſich in ihrer Fuͤlle aͤußern.

2. Ueberfluß an produktifem Ur⸗Stoff, aus dem Produkt⸗, ſo wie aus dieſem wieder Kapital-Stoff entſpringt, wird die Produkzion mindern; denn der Beſitzer hat, wenn ſeine Beduͤrfniſſe befriedigt ſind, wenn der Cyklus aller ſeiner Genuͤſſe geſchloſſen iſt, keinen Reiz mehr, den uͤberſchießenden Theil der Produktif⸗Kraft zu uͤbergeben; vielmehr Reiz, ihn der Ur⸗Produktif⸗Kraft zu ent⸗ ziehen, um ſeinem Vorrathe einen anti⸗oͤkonomiſtiſchen Preis zu ſetzen.

Die allzuungleiche Austheilung des produktifen Ur⸗ Stoffs, vorzuͤglich des Grund⸗Eigenthums, iſt alſo Urſache, daß die mehreſten Nazionen ſich im unnazional⸗oͤkonomiſtiſchen Zuſt ande befinden.