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Nicht alſo Werth. Ein Gut kann Werth haben, ohne ſich in Jemandes Beſitz zu befinden. 3. B. Waſſer, ſo lang es allgemein iſt, hat allerdings Werth, aber keinen Preis. Der ausſchließende Beſitzer einer Quelle kann aber den Preis ſeines Waſſers beſtimmen. 70.
Eben ſo weſentlich iſt zum Begriff des Preiſes der Fall der Veraͤnderung des Beſitzes. Ein Gut, deſſen Beſitz nicht wechſeln, das nicht veraͤußert werden kann, hat auch keinen Preis.
Die Unmoͤglichkeit der Veraͤußerung, der Beſitz⸗Veraͤn⸗ derung liege wo ſie immer wolle; ſo lang ſie exiſtirt, hat das Gut keinen Preis.
71.
Preis ſetzt nothwendig Werth voraus. Ein Gut, das Preis haben ſoll, muß zuerſt Werth haben. Es muß alſo ein Genuß⸗Mittel, und als ſolches Reiz zu deſſen Genuß vorhanden ſeyn..
Ein werthloſes Gut kann keinen Preis haben; denn es fehlt der Reiz zum Genuß, alſo iſt der Fall der Beſitz⸗ veraͤnderung unmoͤglich.
Ob dieſer Werth abſolut, oder relatif, und zwar allge⸗ mein, oder ſpeziell relatif, und ob er poſitif ſey? dieß hat auf den Begriff von Preis keinen Einfluß. Der verglichene Werth kommt hier nicht in Betrachtung; denn er iſt nicht Eigen⸗ ſchaft eines Guts, ſondern nur ausgeſprochenes Verhaͤlt⸗ niß deſſelben zu allen uͤbrigen Guͤtern: als ſolcher Ausſpruch des Verhaͤltniſſes hat er aber auf den Preis weſentlichen Einfluß.
73.
Bey dem ſpeziell relatifen Werth iſt allerdings Preis auch denkbar, wenn die Beſitz⸗Veraͤnderung denkbar iſt. Iſt aber dieſe nicht denkbar, wie z. B. bey Reichs⸗Kleinodien, bey dem Portraͤt eines geliebten Gegenſtandes, und uͤberhaupt


