Teil eines Werkes 
Vierter Band (1810) Lehrbuch der Nazional-Oekonomie / von Julius Gr. v. Soden
Entstehung
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So lang man dieſe ſpezielle Bezeichnung unterlaͤßt, wird

auch nicht Klarheit in die Wiſſenſchaften kommen. 64.

Der poſitive Werth fodert Genießbarkeitzund Reiz zu deſſen Genuß(Z. 57.)

Der hoͤchſte Grad dieſes Reizes giebt dem poſitiven Werthe zugleich das Praͤdikat des abſoluten.

Der poſitife und abſolute Werth koͤnnen alſo vereinigt ſeyn; aber ſie muͤſſen es nicht ſeyn.

So wie gaͤnzliche Unentbehrlichkeit dem Gute den Karakter des abſoluten Werths giebt, ſo nimmt gaͤnzliche abſolute Entbehrlichkeit dem Gute allen poſitifen Werth.

Der Reiz zum Genuß eines Guts von abſolut⸗poſitivem. oder einzig poſitifen Werthe, entſteht aus dem Schmerze, den ſeine Entbehrung hervorbringt, und zwar aus deſſen

Intenſitaͤt, und deſſen Dauer(N. Oek. 1. B. Z. 45.

S. 43.) 65.

Um ſich, dieſen Grundſaͤtzen gemaͤß, beſtimmt, klar, und richtig auszudruͤcken, muß man alſo ſagen: Es giebt(Stoff) Guͤter, die abſolut poſitifen, oder einzig poſitifen, oder nur relatifen Werth beſitzen, oder inſoferne ſubjektif von der Be⸗ zeichnung eines Guts die Rede iſt: dieſes Gut ‚hat abſolut poſitifen, oder nur poſitifen, oder nur relatifen Werth.

Man kann aber nicht ſagen, dieſes Gut hat ver⸗

glichenen Werth, ſondern: der(nach dem Nazional⸗Oekono⸗

miſtiſchen Werth-Vergleichungs⸗Regulator) verglichene Werth dieſes Guts iſt dieſer ꝛc. 66.

So wie das Prinzip der Gradazion des poſitifen Werths, in der Stufe der Genießbarkeit, des Reizes zum Genuß beſteht, ſo beſteht hingegen die Gradazion des ver⸗ glichenen Werths(nicht er ſelbſt, denn er ſetzt ja po⸗ ſitifen Werth unbedingt voraus; Z. 60.) in dem Grade der Moͤglichkeit und Leichtigkeit den Genuß zu erlangen N. Oek. 1. B. Z. 46. S. 44. folgende.).

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