Teil eines Werkes 
Vierter Band (1810) Lehrbuch der Nazional-Oekonomie / von Julius Gr. v. Soden
Entstehung
Einzelbild herunterladen

21

nach jenen Beſtimmungen ſodern, iſt er auch im Ueberfluß; ſobald er weniger beſitzt, iſt er nicht reich. 45. Dieſer Begriff des Reichthums muß nun auf Nazional⸗ Reichthum uͤbergetragen werden. Die Nazion iiſt reich, wenn ſich die hoͤchſtmoͤgliche Zahl ihrer Glieder im Zuſtande des vollkommenen Genuſſes phyſiſcher Guͤter(nach jenem Be⸗ griffe 1.) befindet. Nazional⸗Reichthum objektif, iſt alſo das Daſeyn der Nazion in dieſem Zuſtande; ſo wie ſubjektiv das Daſeyn der Mittel zu jenem Genuſſe Nazional⸗Reichthum iſt alſo nur da, wenn der groͤßt⸗ moͤglichſte Theil der Geſellſchafts-Glieder ſich in jenem Zuſtande beſindet, mithin auch alle Mittel zu dieſem Zuſtande vor handen ſind. 46.

Die Tendenz der Nazional⸗Oekonomie iſt alſo, die nach Verhaͤltniß des Stoffs und der hoͤchſtmoͤglichſten Entfaltung der drey produktifen Kraͤfte hoͤchſtmoͤglichſte, alſo oͤkonomiſti⸗ ſche Zahl von Nazional⸗Gliedern in jenen Zuſtand zu ver⸗ ſetzen, und ſie darin zu erhalten.

47.

Die hoͤchſte moͤgliche Stufe des Reichthums, das Maxi⸗ mum deſſelben, iſt nicht denkbar. Der Nazional⸗Ur⸗Stoff, z. B. der Flaͤchen⸗Inhalt, und die Guͤte des Erdreichs geben hiezu keinen Maßſtab. Der Ackerbau, ſelbſt in den frucht barſten und angebauteſten Landen, iſt nicht auf dem Gipfel ſeiner Vollkommenheit, noch iſt es maplich⸗ dieſen Gipfel zu beſtimmen.

Eine einzige neue Pflanzengattung kann der Urprodukzion auch einen neuen Schwung geben. Eine einzige neuentdeckte Wahrheit in der Phyſik, der Mechanik, Chemie u. ſ. w., kann neue Reſultate in Abſicht des Fortſchrittes zum Nazional⸗ Reichthum hervorbringen.

Noch weniger laͤßt die induſtrielle, oder kommerzielle pro⸗ duktife Kraft, der Scharfſinn des Gewerbfleißes, und die im

ʒ⅓:ęé

2