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Dieſe Vollkommenheit iſt es, welche man bisher Reichthum genennt hat.
43.
Der Zweck der Nazional⸗Oekonomie iſt Vervollkomm⸗ nung, Erhoͤhung des Nazional⸗Vermoͤgens zum Reichthum.
Reichthum iſt vielleicht nicht der genau richtige Aus⸗ druck ihres Gegenſtandes. Oft wird mit dem Worte Reich⸗ thum, auch der Begriff von Ueberfluß verbunden, und Ueberfluß faßt wohl den Reichthum, aber nicht Reichthum den Ueberfluß in ſich. Indeß ſcheint der Nebenbegriff von ſittlicher Gluͤckſeligkeit, der mit dem Worte Wohl⸗ ſtand vereinigt zu werden pflegt, und der Nazional⸗Oek onomie als direkter Zweck fremd iſt, den Ausdruck Reichthum, im Mangel eines beſtimmtern, zu fodern.
Reichthum iſt, wie alle Eigenſchaften, ein relatifer Begriff; laͤßt alſo nach ſeiner Natur nur eine vergleichende Definizion zu, deſſen Gegenſatz Mangel, oder Armuth bezeichnet. Dem gewoͤhnlichen Sprachgebrauche nach enthaͤlt das Wort Reichthum einen ſpeziell relatifen Begriff, in ſofern es Stufen
zuläßt(N. Oek. Z. 31.).
44.
Indeß ſcheint es doch moͤglich fuͤr den Zweck des Gegen⸗ ſtands, der Nazional⸗Oekonomie irgend einen beſtimmten Begriff feſtzuſetzen.
Ich verſtehe unter Reichthum objektifden Zuſtand des vollkommenen Genuſſes phyſiſcher Guͤter, und ſubjektif, die Summe der Mittel zu dieſem Genuß.
Dieſer Begriff umfaßt alſo die Beduͤr fniſſe und Be— quemlichkeiten des Lebens.
Daß der Begriff der Genuß⸗ Vollkommenheit in der An⸗ wendung unbeſtimmt bleibt, und je nach der allgemeinen Stufe des Reichthums der ganzen Geſellſchaft, im Verhaͤltniß anderer, ſo wie wieder je nach der Erziehung, den Gewohn⸗ heiten, Sitten und Leidenſchaften des einzelnen Beſitzers, ins Unendliche ſich abſtufr, hebt die allgemeine Beſtimmtheit
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A.


