Teil eines Werkes 
Vierter Band (1810) Lehrbuch der Nazional-Oekonomie / von Julius Gr. v. Soden
Entstehung
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ehren muͤſſen, ſo muͤſeen ſie auch ſtets ſtreben, jene Feſſeln des relatifen Zufalls zu loͤſen; und die unbewegliche Tendenz, der Staaten, ſo wie der Staats⸗Verwaltungen, muß ſeyn, dem Ideal der Nazional⸗Oekonon ie naͤher⸗-; alſo bey jedem Nazional⸗Gliede den Grad von phyſiſcher Genuß⸗Vollkom⸗ menheit bis an den aͤußerſten Markſtein des Natur⸗ und Menſchheits⸗Organismus zu ruͤcken.

Dieß iſt unerlaͤßliche Pflicht der Nazionen, wie der Staats⸗Verwaltungen, und nur in der Erreichung dieſes Ideals iſt der Punkt, wo ſich der Zuſtand der geſammten Menſchheit in allgemeine Gluͤckſeligkeit, allgemeines Wohl, allgemeine Genuß⸗Faͤhigkeit und Genuß⸗Vollkommenheit aufloͤſt.

25.

Alles liegt daran, dieſes Daſeyn der Nazional⸗ Oekonomie als einer eignen, unabhaͤngigen, nur bis jetzt verkannten, nur zum Theil in der Staats⸗Polizey geahneten, aber dort unrechtlich und zwar mit praͤzeptifen Geſetzen aufgenommenen Szienz, unerſchuͤtterlich zu gruͤn⸗ den, und ihre Vermiſchung mit dem, was man vorhin Staats⸗Wirthſchaft nannte, zu verhuͤten. Das Wohl der Menſchheit gebietet dieſe ſchneidende Beſtimmung ihres Begriffs, und feſte Gruͤndung ihres Daſeyns. Der Philoſoph kann alſo hier nicht aͤngſtlich genug um hoͤchſte Klarheit be⸗ kuͤmmert ſeyn.

Die Staats⸗Wiſſenſchaft iſt der Inbegriff der Grundſaͤtze, nach welchen ein Staat(Z. 1.) organiſirt wer⸗ den muß, um den Zweck ſeiner Gruͤndung zu erfuͤllen, und zwar G

a. in Abſicht ſeiner Adminiſtrazions⸗ Form, alſo ſeiner

Verfaſſung; alſo der Beſtimmung des Verhaͤltniſſes der Staats⸗Verwaltung(Z. 2.) zu den Staats⸗ Gliedern, und der Staats⸗ Glieder zu der Staats⸗Verwaltung.