Teil eines Werkes 
Dritter Theil (1785)
Entstehung
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Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 189

3) Bei den Pflanzen, welche in ihren Kraͤften ſo ſehr verſchieden ſind, ruͤhrt dieſe Verſchiedenheit nicht von dem Erdreiche her, das ſie naͤhrt; weil diejenigen, welche im Waſſer wachſen koͤnnen, darin alle ihre Verſchiedenheiten behalten, ob ſie gleich eine Nahrung genießen, die ihnen weit eigener iſt, als jene, welche die Erde ihnen wuͤrde darreichen koͤnnen. Pflanzen, welche in der Erde wach⸗

ſen, behalten alle ihre Eigenſchaften, ob ſie gleich Jahr⸗

hunderte lang, als wie z. B. die Eiche, immer auf der⸗ ſelben Stelle vegetiren. Dem Anſcheine nach iſt es alſo nicht die Natur der Saͤfte, welche die Pflanzen durch

ihre Wurzeln einziehen, die eine ſo große Verſchie⸗

denheit in ihnen hervorbringt; ſondern vielmehr die Ver⸗ bindung dieſer Saͤfte in den Blaͤttern, mit der fixen Luft aus dem atmoſphaͤriſchen Waſſer und mit dem Waſſer. Zudem lehrt uns die Erfahrung, daß dieſe Verbindung verſchieden ſeyn muß; weil wir geſehen haben, daß alle Blaͤtter der verſchiedenen Pflanzen nicht die naͤmliche Quantitaͤt Waſſer, noch mit der naͤmlichen Gewalt ein⸗ ſaugen, ferner, daß die Blaͤtter der verſchiedenen Pflan⸗ zen, im Verhaͤltniß ihrer Oberflaͤche, nicht die naͤmliche

denge Luft ausſtoßen, wenn ſie unterm Waſſer der Sonne ausgeſetzt ſind, und daß die uft, welche ſie als⸗ dann abſondern, nicht denſelben Grad von Reinigkeit hat. Hieraus laͤßt ſich ganz natuͤrlich der Schluß fol⸗ gern, daß entweder ihre Elemente ſich mit dem Lichte nicht in gleichem Maaße verbinden, oder daß die Verbindungs⸗ art nicht die naͤmliche iſt. So haben wir zum Beiſpiele geſehen, daß die Pflanzen mit dicken Blaͤttern und die gewuͤrzhaften weit mehr fixe Luft verbanden, als die an⸗ dern, und eine reinere Luft abſonderten.

4) Dieſe Wahrheit ſcheint mir durch die Wirkung des Pfropfens mehrere Beſtaͤtigung zu erhalten; denn ſowohl das Pfropfreis, als auch der auf den Stamme ihm nahe ſtehende Schoß ziehen durch die Wurzein die

naͤmliche