190 Achtzehnte Abhandlung.
naͤmliche Nahrung ein, und doch wird das eine Man⸗ deln und das andre Pfirſchen tragen: woher ruͤhrt alſo dieſer Unterſchied? Ich geſtehe, daß ich hier keinen an⸗ dern Unterſchied der Veraͤnderung, welche in den beider⸗ ſeitigen Blaͤttern vorgeht, entdecken kann, als den zwi⸗ ſchen dem aus den Wurzeln kommenden Safte und dem von den Blaͤttern eingeſogenen,— mit fixer Luft uͤber⸗ ladenen,— Waſſer, dem Lichte ꝛc. Sonach wird es bei dem Reſultate immer auf die Blaͤtter ankommen, und man wird das Produkt der Pflanzen veraͤndern koͤn⸗ nen, wenn man ihre Blaͤtter veraͤndert, weil die Wur⸗ zeln immer dieſelben Saͤfte aus der Erde ziehen, und nur allein die Blaͤtter ihre Reſultate durch den Unterſchied, den ſie in ihrer Verbindung veranlaſſen, veraͤndern koͤn⸗ nen. Solchergeſtalt gibt das naͤmliche Fleiſch, von ei⸗ nem Adler, einer Katze, einer Schlupfwespe, oder ei⸗ nem Menſchen verzehrt, ſehr verſchiedene Produkte, und dies wegen der Verſchiedenheit der Magenſaͤfte und we⸗ gen des Unterſchiedes ihres Zuſammenhangs mit den noͤthigen Organen, daraus den Nahrungsſaft zu bereiten.
9 Wie mirs ſcheint, laͤßt ſich nicht zweifeln, daß der Unterſchied im Einſaugen, theils des mit ſixer Luft uͤberladenen Waſſers, theils des Lichts in den jungen ſowohl, als alten Blaͤttern, und in den unreifen ſowohl, als reifen Fruͤchten, den Unterſchied in ihren Farben her⸗ vorbringe. Endlich ſcheint es auch, daß aus den naͤm⸗ lichen Urſachen die bleichſuͤchtigen Pflanzen von den an⸗ dern ſowohl an Farbe, als Geſtalt ſo ſehr abweichen.
Es gibt alſo in den Pflanzen Organen, die in Enk⸗ wickelung und Ernaͤhrung derſelben, ſtets wirkſam ſind. Eins dergleichen iſt das Zellgewebe allenthalben, wo es ſich findet. Es ſcheint auch nicht allein als abſondern⸗ des, ſondern auch als ausfuͤhrendes Organ zu wirken. Es laͤßt nicht nur viel Waſſer und wohlriechende Duͤ ſte durchgehen, ſondern es iſt auch allein, was in den ve⸗
getiren⸗
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