Teil eines Werkes 
Dritter Theil (1785)
Entstehung
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Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 9

Stellt man dieſen Verſuch mit dephlogiſtiſirter Luft an, ſo wird das Entfaͤrben der gruͤnen Tinktur, die ſich mit dieſer Luftgattung im Flaͤſchchen befindet, im Son⸗ nenlichte allezeit weit ſchneller vor ſich gehen, als in andern Flaͤſchchen, worin eben ſo viel gemeine Luft iſt.

7. In den Blaͤttern befindet ſich ein Theil, der nur allein im Weingeiſte aufioslich iſt, und blos dieſer Theil wird in der Tinktur vom ELichte veraͤndert.

Blaͤtter, die man in Weingeiſt legt, verlieren darin alles ihr Gruͤn. Hieraus erhellet alſo klar, daß dieſer gruͤnfaͤrbende Theil im Weingeiſte aufloͤsbar iſt, und daß er ſich mittelſt des Weingeiſts, welcher durch das Ober⸗ haͤutchen der Blaͤtter dringt und dieſen faͤrbenden Theil erreicht, aufloͤßt.

Legt man aber gruͤne Blaͤtter in Waſſer, erneuert daſ⸗ ſelbe oft und laͤßt dieſe Blaͤtter ziemlich lange Zeit darin maceriren, damit ſie ſich darin aufloͤſen koͤnnen: ſo nimt das Waſſer eine braune ins Rothe fallende Farbe an, und der gruͤne Theil findet ſich als Niederſchlag auf dem Bo⸗ den des Gefaͤßes. Sonach iſt der im Weingeiſte auf⸗ loͤsbare Theil im Waſſer unaufloͤslich.

Schuͤttet man endlich dieſen durch die Maceration des Blatts entſtandenen gruͤnen Niederſchlag in Weingeiſt; ſo faͤrbt er ſich ſchneller gruͤn, und dieſe Tinktur wird vom Lichte weit geſchwinder entfaͤrbt. Es iſt alſo offenbar, daß der Theil des Blatts, der nur allein im Weingeiſte aufloͤsbar iſt, auch blos der ſei, den das Licht veraͤndert, weil die Veraͤnderung geſchwinder und voͤlliger erfolgt, wenn dieſe Materie des ausziehbaren Weſens, mit dem ſie im Blatte verbunden iſt, beraubt wird.

A 5 Laͤßt