Druckschrift 
Was ist Humus, wie und auf welche Weise wirkt derselbe als ernährendes Mittel für die Pflanzen? / Von Franz Körte, Königl. Professor und Lehrer der Chemie und Naturwissenschaften an dem landwirtschafltichen Institute zu Mögelin
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Das Waſſeer iſt, hinſichtlich der Eigenſchaft das Sauerſtoffgas der atmosphaͤriſchen Luft einzuſaugen und der Produkte ſeiner Verweſung, ein uͤberaus maͤchtiges und bisher bei dem Ackerbau in mehrerer Beziehung zu wenig bekanntes und beachtetes Agens fuͤr die Vegeta⸗ tion.

Die Pflanzen nehmen ihren Kohlenſtoff mehr oder weniger aus der Erde und der Luft, je nachdem ibr Blatt⸗ organ beſchaffen, ihre Belaubung dicht oder weniger dicht iſt; je nachdem ihre Blaͤtter eine groͤßere oder klei⸗ nere Flaͤche der atmosphaͤriſchen Luft ausſetzen; je nachdem die Zeit ihrer Belaubung kurz oder lang, und endlich ihre Oberflaͤche mit mehr oder weniger Wolle, Haaren u. ſ. w. bekleidet iſt. Was die kleinere Blattflaͤche nicht zulaͤßt, kann das poroͤſere Blattorgan und was dieſes nicht ver mag, die Dauer der Belaubung erſetzen. Hierdurch iſt der Streit zu ſchlichten, ob die Huͤlſenfruͤchte und Kartoffeln mit ihren fuͤr die Einſaugung der Atmosphaͤre ſo ſehr geſchaffenen Blattorganen den Boden im gleichen Verhaͤlt⸗ Wniſſe zu ihrem Nahrungsſtoffe wie die Cerealien ausſau⸗

gen oder nicht. V Andersſons Erfahrungen(ſ. Thaer's Einleitung in die Engliſche Landwirthſchaft. B. 1. S. 399 und 200) zeigen ſonder Zweifel, daß die Kartoffeln einen großen Theil ihrer Nahrung aus der Luft hernehmen. Virgils

cchone Stelle: Die Eiche reckt ihre Zweige ſo hoch gegen den Himmel, als ſie ihre Wurzeln in den Tartarus hin obtreibt, kann nichts dagegen beweiſen, denn die maͤch⸗ tige Eiche wuͤrde ſtuͤrzen, wenn nicht die Natur weis lich ein Gleichgewicht ihrer Wurzel gegen die blaͤtterreiche Kro⸗ ne geſchaffen haͤtte. Die Pflanze, welche im humusreichen Boden den Teppich mit ihrem glatten Gewande verherr⸗ licht, wird im duͤrren Sandboden behaart und dadurch

.

aA