Druckschrift 
Was ist Humus, wie und auf welche Weise wirkt derselbe als ernährendes Mittel für die Pflanzen? / Von Franz Körte, Königl. Professor und Lehrer der Chemie und Naturwissenschaften an dem landwirtschafltichen Institute zu Mögelin
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Fluͤſſigkeit fand Crome, wie Hermbſtädt und auch ich, noch weingelb, und erſtererer fand durch mehrere ge machte Verſuche, daß der Alkohol den in der Fluͤſſigkeit noch aufgeloͤſten Humus faͤlle.

Da mir die doppelte Faͤllung, naͤmlich durch Saͤure und Alkohol, einmal zu umſtaͤndlich ſcheint, und zweitens bei dem Filtriren und Ausſuͤßen immer ein Verluſt, wenn er auch noch ſo geringe iſt, ſtatt findet, ſo habe ich folgenden Weg gewaͤhlt. Ich wiege das Alkali, wel⸗ ches zu der zum Abkochen beſtimmten Lauge angewandt wird, ſorgfaͤltig, filtrire dieſelbe, ſuͤße den nach dem Kochen von ihr gelaſſenen Ruͤckſtand des Humus aus, und dampfe ie erhaltene Kalihumuslauge vorſichtig ab. Von der in der Abdampfeſchaale erhaltenen Maſſe ziehe ich das Gewicht des angewandten Kali ab, und gelange ſo auf einem weniger umſtaͤndlichen und dennoch genauen Wege, zu der Quantitaͤt der in der Kalilauge aufgelöoͤſten Beſtandtheile des Humus. Die Eigenheiten oder die Charakteriſtik dieſer verſchiedenen Beſtandtheile des Humus ſind zu wichtig, als daß ich ſie nicht hier anfuͤhren ſollte, um ſo mehr, da ich ſie durch eigene Verſuche, theils erſt ausgemittelt, theils die von andern ſchon gemachten be⸗ ſtaͤtigt gefunden habe.

Extractivſtoff gleichviel ob aus mildem oder ſaurem Humus löſet ſich vollkommen klar im Waſſer auf, und ertheilt ihm, je nachdem die Quantitaͤt deſſelben mehr oder weniger betraͤgt, eine gelbe oder dunkelbraune Farbe und einen nicht unangenehmen bitterlichen Ge ſchmack. Iſt derſelbe aus mildem Humus, ſo zeigt er keine Spur von Reaktion auf das Lackmuspapier, wohl aber, wenn auch nur wenig, doch etwas, wenn er aus ſaurem Humus geſchieden iſt.

Alkalien und Saͤuren ſcheiden weder den aus ſau⸗