Teil eines Werkes 
3,2 (1811) Anweisung zur landwirthschaftlichen Baukunst : mit illuminirten Kupfern ; Theil 1, Abt. 2
Entstehung
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Ruͤckſicht

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Hang, ſich abſichtlich zu beſchmutzen, herleiten, ſondern auf die Nothwendigkeit zur

Abkuͤhlung und Schwemme, folglich auf eigene Geſunderhaltung dieſer Thiere ſchlie⸗ ßen. Eine Schwemme iſt ihnen, wegen des durch ihre Ausduͤnſtungen auf der Haut ſich ſammelnden Schmutzes, je fetter ſie werden, je mehr nothwendig. Aus dieſer Urſach iſt es ſehr vortheilhaft, wenn im Gehoͤfte ein reines Gewaoͤſſer befindlich iſt, in welchem die Schweine uͤberhaupt, und vorzuͤglich die Maſtſchweine, gebadet werden koͤnnen. Iſt ein ſolches Waſſer nicht vorhanden, ſo muͤſſen ſie auf dem Hofe oftmahls mit Waſſer begoſſen werden. Man kann alſo annehmen, daß Reinlichkeit in den Staͤllen, außer einer guten trockenen Streu,**) auch fuͤr die Schweine ein Haupt beduͤrfniß iſt, und um dies zu bewirken, gehoͤren dazu vorzuͤglich zweckmaͤßig an⸗

gelegte Fußboͤden. *) In den Saukothen zu viel Streu zu geben, kann, beſonders wenn die Ferkel noch ſehr jung ſind, auch wieder den Nachtheil bewirken, daß dieſe kleinen Thiere ſich darunter verſtecken,

von der Mutter nicht geſehen, und folglich leicht erdruͤckt werden. Eben dies kann auch dann eintreten, wenn etwa der Miſt in den Saukothen ſich anhaͤuft.

Einige Oekonomen ſind der Meinung, daß ausgebohlte, oder mit Holz be⸗ legte Fußboͤden, den Schweinen waͤrmer, und folglich zutraͤglicher als gepflaſterte ſind. Daß ſie waͤrmer ſind,(wenn anders die Waͤrme den Schweinen aus vorgedachten Ur⸗ ſachen, nicht ſogar im Sommer nachtheilig wird,) hat ſeine Richtigkeit; allein daß ſie muͤhſamer als gepflaſterte Fußboͤden zu reinigen ſind, und was wohl das ſchlimmſte iſt, daß der Urin die Bohlen ganz durchzieht, und dann das Vieh beſtaͤndig in dieſen nach⸗ theiligen Ausduͤnſtungen liegen muͤſſe, iſt wohl eben ſo wenig zu leugnen.

Wenn man dennoch die Fußboͤden von Bohlen macht; ſo iſt zu merken, daß ſolche einen hinlaͤnglichen Abfall von der Krippe nach hinten zu erhalten, mit Loͤchern durchbohrt ſeyn, oder mit breiten Fugen zwiſchen den Bohlen verſehen, oder(da ſich beides bald mit Miſt verſtopft) noch beſſer ſo gemacht werden muͤſſen, daß der Fuß⸗ boden von der hintern Mauer um ungefaͤhr 2 Zoll abſteht, durch welchen Zwiſchen⸗ raum der Urin nach unten abfließen kann. Wenn der Urin auf dieſe Art unter den Fußboden laͤuft, ſo muß derſelbe hohl gelegt, und das darunter befindliche Terrain, wenigſtens mit Feldſteinen, gepflaſtert und mit Abzuͤgen verſehen werden.

Um einen ſtets reinlichen Fußboden zu erhalten, haben einige vorgeſchlagen, runde Stangen mit geringen Zwiſchenraͤumen neben einander, oder auch ein en ges Gitterwerk als Fußboden zu legen, und unter demſelben, wie vorgedacht, einen hohlen Raum zu laſſen, damit der Urin durch die Stangen einen leichten Abfluß

erhalte. Liegen aber die Stangen ſo nahe an einander, daß ein Schwein mit ſeinen

Fuͤßen nicht durchgleiten kann, ſo werden die Zwiſchenraͤume ſehr bald von Miſt und C 2