Federvieh⸗ Maſtſtalle.
10 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache
fuͤhrt, in der Mitte des Dachs austritt, weil man ſonſt durch die Sparren gehindert
werden wuͤrde, von ihr Gebrauch zu machen.
§. 136.
Die Eingangs erwaͤhnten Maſtungen oder Poularderien, in welchen ka⸗ ſtrirte Gaͤnſe, Puten, Enten, Huͤner und Tauben fett gefuͤttert werden„ erfordern, je nachdem ſolche im großen oder kleinen getrieben werden, eigene Bauanlagen. Bei einer Poularderie im Großen, welche man gern in der Naͤhe eines Waldes und Waſ⸗ ſers anlegt, ſind außer den Staͤllen, eine eigene Wohnung fuͤr den Poularden⸗ Meiſter nebſt Geſinde, heizbare Maſt⸗ und Bruͤteſtaͤlle, Futtergelaß, Keller und Kuͤche mit Keſſeln ꝛc. erforderlich. Ferner gehoͤrt dazu eine hinreichende Anzahl Kuͤhe, um die zur Fuͤtterung des Federviehes erforderliche Quantitaͤt Milch rein und unver⸗ faͤlſcht zu erhalten. Um nur einen allgemeinen Begriff von einer ſolchen Anlage zu ge⸗
ben, will ich dasjenige entlehnen, was Herr von Eckardt in ſeiner Experimen⸗ tal⸗Oekonomie daruͤber angiebt:
„Um jaͤhrlich 1283 Stuͤck fettes Gefluͤgel nach und nach in 313 Tagen ablie⸗ „fern zu koͤnnen, muͤſſen taͤglich 41 Stuͤck mageres Gefluͤgel, wovon die meiſten ka— „ſtrirt ſind, in der Maſtung erſetzt werden; weil die Zeit zum Fettmachen bei Tau— „ben, Kapaunen, Enten und Huͤnern 16 Tage, bei Puten und Gaͤnſen 24 Tage be⸗ „traͤgt. Das in ſolcher Menge auf der Maſt ſitzende Federvieh gebraucht taͤglich 107 „Kannen Milch, 103 Pfund Hirſe, 13 6 Pfund Butter ꝛc. Um dieſe Quantitaͤt „Milch taͤglich ſelbſt zu gewinnen, ſind 14 Stuͤck junge, friſch milchende Kuͤhe erfor⸗ „derlich, und um die Menge junges, mageres Federvieh zuzuziehen, muͤſſen außer „den Maſtſtaͤllen oder Stuben auch die gehdrige Anzahl Zuchtſtaͤlle angelegt werden. „Zu einer ſolchen Anlage iſt alſo ein geraͤumiger Platz mit gehoͤrig
en Wohnungen, „Kammern, Kellern,
Boͤden, Staͤllen und gehoͤriger Wieſewachs erforderlich.— „Ins beſondere aber iſt eine große Maſtſtube von 36 Fuß lang, 28 Fuß breit, 14 Fuß „hoch, mit drei Fenſtern, welche 8 Fuß von der Erde hoch ſtehen, ferner ein Kachel⸗ „ofen in einer Ecke und oben an der Decke zwei Luftzuͤge von 8 Zoll ins Gevierte groß, „welche beſtaͤndig offen bleiben, noͤthig, und der Fußboden in dieſer Stube muß von „Mauerſteinen gepflaſtert ſeyn. Ringsum an den Waͤnden dieſer Stube muͤſſen die „Einſtallungen fuͤr dieſes Maſtgefluͤgel befeſtigt werden, und zwar ſo“(wie nachher bei Fig. 145 ñͤher beſchrieben werden wird),„daß die unterſten weit vor, die obern „aber immer naͤher der Wand zugeruͤckt werden; damit nicht allein vorne zu den „Sauftroͤgen Platz bleibt, ſondern hauptſaͤchlich auch darum, damit der Unrath von


