Teil eines Werkes 
3,2 (1811) Anweisung zur landwirthschaftlichen Baukunst : mit illuminirten Kupfern ; Theil 1, Abt. 2
Entstehung
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innere Einrichtung erfordern, als Federvieh⸗Staͤlleꝛce. 9

nach dem Quadrat⸗Flaͤcheninhalt beſtimmen, wenn man fuͤr jede Pute etwa 3 Qua⸗ dratfuß, und auf jedes Huhn etwa 1 Quadratfuß annimmt. Außer dieſen Geruͤſten muͤſſen aber auch noch aus Stroh geflochtene Neſter an den Waͤnden umher, und zwar feſt und ſo angebracht werden, daß ebenfalls kein Beſchmutzen der untern Neſter von den obern herab moͤglich iſt. Statt der geflochtenen Neſter kann man auch rings umher Brettſtellagen machen, und darauf die Neſter von Stroh anbringen. Liegen die Staͤlle hoch, ſo werden ſo genannte Huͤnerſteigen, deren Sproſſen verhaͤltnißmaͤ⸗ ßig ſtark, und beſonders fuͤr Puter nicht mehr als 6 bis 3 Zoll weit aus einander ſte⸗ hen, angelegt.

Bei der geringen Hoͤhe der, in Fig. 141 und 142 gezeichneten, maſſiven Staͤl⸗ le ſind die Thuͤren und Fenſter nicht fuͤglich unterhalb der Mauerlatte zu uͤberwoͤlben, ſondern es muß mit der Mauerlatte in der Waage ein ſtarkes Latteholz uͤber jede Thuͤ⸗ re und jedes Fenſter gelegt werden. Auf daſſelbe muͤſſen die Balken eingekaͤmmt, und dann muß uͤber die Balken hinweg, bis zur Bruͤſtung der Fenſter der zweiten Eta⸗ ge, ein Bogen auf dem Latteholze ausgemauert werden. Wo uͤbrigens gute Mate rialien und fleißige Arbeiter vorhanden ſind, da koͤnnen uͤber die ſehr ſchmalen Fenſter und Thuͤroͤffnungen auch faſt ganz ſcheiderechte Boͤgen gewoͤlbt werden.

Bei Fig. 142 iſt vorzuͤglich dahin geſehen worden, daß die Feuerung und Roͤhre genau in die Mitte zu ſtehen kommt, damit ſolche im Dache aus der Mitte des For⸗ ſtes gefuͤhrt werden kann. Daß die Scheidewaͤnde in Fig. A, wenn nicht ganz, doch wenigſtens nahe am Ofen herum maſſiv ſeyn muͤſſen, verſteht ſich von ſelbſt.

In Betreff der Balkenlagen iſt folgendes zu bemerken. Wenn das Gebaͤude ein Quadrat bildet, und dabei nur klein iſt, und der Boden nicht gebraucht wird, wie in Fig. 141 angenommen worden; ſo ſucht man gern die, leicht ſchadhaft werdenden, freien Giebel zu vermeiden, und uͤberall Walme zu machen. Zu dieſem Behuf muß die Dach⸗Balkenlage nach Fig. D angelegt, und die vier Gradſparren muͤſſen in der Spitze zuſammen geſtoßen, die uͤbrigen Sparren aber gegen dieſe angeſchiftet werden. Die untern Balkenlagen in dergleichen quadratiſchen Gebaͤuden legt man gern ſo, daß 6. B. uͤber der erſten Etage die Balken nach der Laͤnge, uͤber der zweiten in die Quere, uͤber der dritten Etage wiederum nach der Laͤnge zu liegen kommen, wenn naͤhmlich nach Maßgabe der Lage der Treppe nicht zweckmaͤßiger befunden wird, die Balken nach ei⸗ ner und derſelben Richtung zu legen. In Fig. 141 und 142 z. B., wo die Treppen in den Etagen uͤbereinander nach einerlei Richtung des Gebaͤudes liegen, muͤſſen auch die Balken, um keine Auswechſelungen machen zu duͤrfen, ſaͤmmtlich nach derſelben Richtung liegen. In Fig. 141 iſt darauf ou ſehen, daß die Treppe, welche zum Boden

Theil III, Abtheil. II. B