6 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache
6 Zoll im Quadrat große Oeffnungen, auf die erſtern genau paſſend, eingeſchnitten, und ſo koͤnnen mit einem jeden Schieber h ſaͤmmtliche Oeffnungen in einer Reihe mit einem Mahle verſchloſſen, oder geoͤffnet werden. In jeder Zelle befindet ſich ein Neſt‚ und wenn man von innen eine oder die andere Taube vom Neſte ergreifen will; ſo wird mit dem gedachten Schieber beinahe die ganze aͤußere Oeffnung d geſchloſſen, doch ſo, daß man noch etwas Tageslicht behaͤlt. Nur zu dieſem Behuf und bei ſehr kalten Ta— gen oder Naͤchten werden die aͤußern Oeffnungen mit dem Schieber verſchloſſen.
Weil aber, wie gedacht, die Tauben zuweilen bei ſtarkem Froſte, oder auch wohl waͤhrend der Saatzeit im Schlage gehalten und gefuͤttert werden; ſo muß der in— nere, freie Raum g Fig. A auch groß genug ſeyn, um ſaͤmmtliche Tauben darauf fuͤt⸗ tern, und die daſelbſt noͤthigen Verrichtungen vornehmen zu koͤnnen. Auch dieſes wird in ſolchen Taubenſchlaͤgen, welche nur auf Einem Stiele ſtehen, indem dieſer als— dann bis ins Dach hinauf gehen muß, zum Theil verhindert.
Eine Hauptregel in der oͤkonomiſchen Baukunſt iſt, ſo viel Raͤume, als nur nuͤtz⸗ lich werden koͤnnen, uͤber einander anzulegen, weil dadurch an Daͤchern und Fun⸗ damenten erſpart wird. Dieſerhalb verdienen diejenigen Taubenhaͤuſer, unter welchen ein, fuͤr die Landwirthſchaft noͤthiger Kaͤſe⸗Trockenboden und Staͤlle angebracht ſind, einen Vorzug. Auch die, bei einem Vorwerk noͤthige Feuerſpritze findet(z. B. in Fig. 141 A daſelbſt, anſtatt der Staͤlle, beſonders wenn das Haͤuschen mitten im Gehoͤfte ganz frei ſteht) einen ſehr zweckmaͤßigen Platz.
Die Einrichtung des Taubenhauſes mit Schiebern laͤßt ſich in einem Bodenraum uͤber Wohngebaͤuden nicht fuͤglich anbringen, wenigſtens nicht fuͤr mehr Paar, als al⸗ lenfalls an dem Giebel allein Platz finden koͤnnen. Es iſt aber auch nicht noͤthig, daß jedes Paar Tauben ſein eigenes Ausflugbrett erhaͤlt, ſondern es iſt hinlaͤnglich, und
aus folgenden Urſachen ſogar beſſer, wenn nur eine oder allenfalls zwei gemein— ſchaftliche Ausflug⸗Oeffnungen(wie in Fig. 142 C) angelegt werden. Erſtlich ſind dann nicht ſo viele Zugloͤcher im Taubenſchlage, und die Seitenwaͤnde koͤnnen mit Brettern feſt verſchlagen, oder dicht ausgemauert werden, wodurch die Thiere waͤrmer und beſſer wohnen. Zweitens ſind weniger Oeffnungen zu verſchließen, welches be⸗ quemer iſt. Drittens kann man vor einer gemeinſchaftlichen Ausflug⸗Oeffnung ei⸗ nen ordentlichen Fangkorb anlegen, und dadurch die neu angekauften Tauben, ehe ſie ſich ordentlich zu dem Schlage gewoͤhnt haben, bequemer einfangen. Viertens aber und hauptſächlich iſt die Fig. 144 gezeigte Anlage(welche von außen ganz mit Bret⸗ tern gut bekleidet ſeyn muß, um die Schieber ordentlich anbringen zu koͤnnen) nicht nur zu wenig dauerhaft an ſich ſelbſt, ſondern die Schieber nebſt den Leiſten, worin
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