260 Zweiter Abſchn. Von Anlage u. Conſtruct. ſolcher Gebaͤude,
Tiefe, gegen den Stoß der Sturmwinde, beſonders in hoͤlzernen Staͤllen, fuͤr noth⸗ wendig gehalten. Dieß iſt aber bei Schafſtaͤllen, welche innerhalb ſo leer von Ver⸗ bandſtuͤcken ſind, allein nicht hinlaͤnglich. Andere haben nebſt dieſen Baͤndern die ſo genannten Spannriegel empfohlen, uͤber deren Unzulaͤnglichkeit ſchon im zweiten Theile §. 11. gehandelt worden iſt, und hier noch bemerkt wird, daß ſie zugleich einen Theil der zum Durchfahren noͤthigen Hoͤhe wegnehmen.
In Schafſtaͤllen von Fachwerk ſind daher die im zweiten Theile§. 10. beſchriebe⸗ nen und hier in Fig. 138 A und B mit a angedeuteten Strebewaͤnde noch immer das zweckmaͤßigſte und einfachſte Mittel, dieſe, innerhalb ganz hohle Gebaͤude, gegen den Druck und Umſturz vor den Sturmwinden zu ſichern. Dergleichen Strebewaͤnde muͤſſen wenigſtens an einem Binder um den andern abwechſelnd an beiden Fronten an⸗ gebracht werden.
Dieſe, an ſich ſehr nothwendigen Strebewaͤnde beſchraͤnken einigermaßen den Raum im Stalle. Es iſt daher auch aus dieſer Urſache beſſer, die Schafſtaͤlle maſſiv, d. h. von gebrannten Steinen, oder von Lehmpatzen, Piſé ꝛc. zu bauen, weil ſolche Umfaſſungsmauern ohne Strebewaͤnde vermoͤge ihrer eigenen Laſt und breitern Grund⸗ flaͤche ſchon hinlaͤnglich feſt ſtehen.
Da der Miſt im Stalle zuweilen bis auf 3 Fuß hoch ſich anhaͤuft, ſo muͤſſen die Fundamente unter den Unterzugsſtaͤndern eben ſo hoch, und, wenn man die,§. 123. erwaͤhnte, innere Anhoͤhung von 6 Zoll mit in Anſchlag bringt, 3 ½ Fuß von der Unterkante der Plinte hoch, von Feld- oder gebrannten Mauerſteinen aufgemauert werden. In Betreff der Anfertigung dieſer Pfeiler⸗Fundamente beziehe ich mich auf das, was daruͤber ſchon vorher in dieſem Abſchnitte geſagt worden, und bemerke nur noch, daß dieſe Fundamente wegen ihrer frei ſtehenden Hoͤhe uͤber der Erde nicht zu kurz, gegentheils aber, um auch die Stellung der Raufen nicht zu ſehr zu hindern, nicht zu breit ſeyn duͤrfen, ſondern nach Fig. 138 A etwa 3 Fuß lang und nur 2 Fuß breit angelegt werden koͤnnen. Dieſe Fundamente werden mit einer Rollſchicht abgegli⸗ chen, eine Kreuzſchwelle, wo moͤglich von Eichenholz, wird darauf gepaßt, und auf ſolche werden die Stiele vermittelſt eines Zapfens geſtellt.
Zur Conſervation der Wolle an den Schafen iſt es vortheilhaft, ſo wohl die Kreuzſchwellen, als auch den untern Theil der Unterzugsſtaͤnder rings herum zu hobeln, und wenigſtens 4 Fuß hoch, innerhalb an den Umfaſſungsmauern, glatt zu putzen, wenn auch alles uͤbrige Mauerwerk von innen und außen nur berappt wird.
Anm. Einige Oekonomen und Baumeiſter ſchlagen vor, um die Wolle zu ſchonen, die Funda⸗ mentpfeiler im Stalle mit glatt gehobelten Brettern zu bekle den. Einestheiis iſt aber dies, wenn die Pfeiler glatt geputzt weryen, uͤberfluſſig, anderntheits iſt es ſehr koſtſpielig.
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