258 Zweiter Abſchn. Von Anlage u. Conſtruct. ſolcher Gebaͤude,
ſo daß dann bei zwei Unterzuͤgen die Thorwege in der Mitte der Giebel verbleiben koͤnnen, und an der Laͤnge der Umfaſſungswaͤnde vieles erſpart wird.
Bei ſolcher, in Fig. 138 angenommenen Eintheilung der Unterzuͤge, wornach naͤhmlich die Balken nicht zu lang frei liegen, koͤnnen auch, um das lange Bauholz zu ſchonen,(außer den Binderbalken) die dazwiſchen liegenden, ſo genannten Frei— balken auf die Unterzuͤge mit Hakenkaͤmmen geſtoßen werden.
Die Eintheilung der Balkenweiten richtet ſich bei jedem Gebaͤude nach der Con⸗ ſtruction der Decke, ſo wie die Sparrenweite nach der Art der Eindeckung. Wenn nun die verlangte Conſtruction der Balkendecke und die Dacheindeckung gegen einander hiernach im Widerſpruche ſtehen, da naͤhmlich bei den ſo genannten halben Windel⸗ boͤden die Entfernung der Balken zwiſchen 3 hoͤchſtens 4 Fuß, und bei den,§. 126. gedachten, geſtreckten Windeldecken bis hoͤchſtens 6 Fuß, dagegen die Sparrenweite zu Ziegel⸗ und Lehmſchindel⸗Daͤchern nicht uͤber 4 Fuß, und zu gewoͤhnlichen Stroh⸗ oder Rohrdaͤchern hoͤchſtens 6 Fuß betragen duͤrfen;*) ſo laſſen ſich die, in Abſicht der Balken⸗ und Sparrenweiten nicht correſpondirenden Conſtructionen des Daches und der Decke auf keine andere Art als durch Auswechſelung der Balken zuſam⸗ men vereinigen.
*) Fuͤr Windeldecken, Ziegel⸗ und Lehmſchindeldaͤcher ſind vier Fuß, und fuͤr geſtreckte Windel⸗ decken und Strohdaͤcher ſechs Fuß Sparren⸗ und Balkenweite als das alleraͤußerſte zu be⸗ trachten, welches nie uͤberſchritten werden darf. Beſſer iſt es, ſie geringer, und zwar erſtere nur zu drei Fuß, und letztere nur zu fuͤnf Fuß Weite anzuordnen.
Nehmen wir daher an, daß auf einem Schafſtalle eine geſtreckte Windeldecke und ein Lehmſchindeldach ſtatt finden ſollen, und ſetzen wir feſt, daß, wegen der Laſt des Rauhfutters im Dache, die Balken nicht weiter als 5 Fuß aus einander liegen ſol⸗ len; ſo werden(wenn naͤhmlich allemahl der dritte Balken ein Binder iſt, und die Sparren dazwiſchen nach Maßgabe eines Lehmſchindeldachs eingetheilt werden) die Sparrenweiten 3 Fuß betragen, welches zwar eine dem Lehmſchindel-Dache ſehr an— gemeſſene Entfernung iſt, wobei aber ſaͤmmtliche Freiſparren auf Stichbalken ſtehen muͤßten(ſiehe Fig. 139 A)). Umgekehrt, wenn z. B. ein Windelboden und ein Strohdach zuſammen geſetzt werden ſollen; ſo wird unter obigen Bedingungen die Bal⸗ kenweite 3 Fuß und die Sparrenweite 5 Fuß betragen, weshalb wiederum ſaͤmmt⸗ liche Freiſparren auf Stichbalken ſtehen muͤſſen(ſiehe Fig. 139 B).
Anm. Sollte die beſtimmt gegebene Laͤnge eines Stalles mit dieſen Balken⸗ und Sparrenweiten nicht genau zutreffen, ſo iſt es immer beſſer, einen Balken mehr, als einen weniger einzu⸗ legen. Eben dieſes iſt auch bei Eintheilung der Unterzugsſtaͤnder und Dachbinder zu be⸗ obachten.


