Teil eines Werkes 
3,1 (1811) Anweisung zur landwirthschaftlichen Baukunst : mit illuminirten Kupfern ; Theil 1, Abth. 1
Entstehung
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254 Zweiter Abſchn. Von Anlage u. Conſtruct. ſolcher Gebaͤnde,

Wahl einer oder der andern Art der beſchriebenen Krippen und Raufen, jedem erfahre⸗ nen Oekonomen uͤberlaſſe.

§. 123.. Von dem noͤ⸗ In Betreff des Futtergelaſſes iſt zu bemerken, daß viele Oekonomen fuͤr eee Lnihe ein Schaf auf die 6 Wintermonate, außer dem Erbſen-, Wicken- und anderm fe. Stroh, nur 1 Centner Heu rechnen. Dieß betraͤgt etwa taͤglich Pfund, und iſt mithin das kaͤrglichſte, was ihnen verabreicht werden kann, beſonders wenn ſie nicht daneben Hafer, Mohrruͤben oder Kartoffeln erhalten. Manche rechnen das Heu nur zum Abendfutter, und ſuchen dieß ſo einzutheilen, daß ſie durch Erſparung an ſolchen Tagen, wann die Schafe auf die Saat getrieben werden, etwas uͤbrig behalten, wel⸗ ches ihnen an den Tagen, wann ſie nicht ausgetrieben werden koͤnnen, zugelegt wird. Die Schafe ohne Morgenfutter, oder nuchtern auszutreiben, hat aber den Nachtheil,

daß ſie mit heißhungriger Begierde uͤber die Saat, welche zuweilen beſchneit und be⸗

reift iſt, herfallen und dadurch anhaltende Durchfaͤlle erhalten.

Wenn aber den Schafen hinreichendes Heu- und Strohfutter gegeben werden ſoll, welches ſich durch beſſeres Gedeihen der Thiere und ihrer Wolle verguͤtet; ſo kann man im Durchſchnitt auf jedes Stuͤck fuͤr die 6Wintermonate vom October bis Maͤrz 2 Centner Heu und Grummet, ohne das Erbſen⸗, Wicken⸗ und andere Strohfutter rechnen.

Was ferner die Pflege, Wartung und uͤbrige Behandlung der Schafe be⸗ trifft, ſo findet man daruͤber in dem oft angefuͤhrten dritten Heft der Herren Riem und Reuter ſehr belehrende Bemerkungen.

§. 129. 3 Von Ausmit⸗ Die noͤthige Erſparung beim Bau und die kuͤnftige Unterhaltung der Landgebaͤu⸗ telung der de erfordert, daß ſolche nicht groͤßerals durchaus noͤthig iſt, angelegt werden. Ue⸗

Groͤße eines

Schafſalles ber die Grundſaͤtze zur Angabe der erforderlichen Groͤße der Schafſtaͤlle, mit Ruͤckſicht und des noͤ, auf denjenigen Raum, welcher zu Abtheilungen waͤhrend der Lammzeit erfordert wird, th gauſäni ſind die Oekonomen und Schriftſteller eben ſo ſehr, als in der Meinung verſchieden, ob die Schafſtaͤlle mehr warm als kalt ſeyn muͤſſen, welches letztere von der Groͤße und

Hoͤhe der Staͤlle gleichfalls abhaͤngig iſt. Anm. In einigen Schriften, die von Ausmittelung der Groͤße der oͤkonomiſchen Gebaͤude han⸗ deln, hat man ſich auch bemuͤht, Formeln zur Beſtimmung des Verhaͤltniſſes, ſo wohl des ganzen Schafſtandes zu den Aeckern, Huͤtungen und Wieſen, als auch der verſchiedenen Ar⸗

ten von Schafen unter einander anzugeben. Einige rechnen dabei auf jede Hufe Acker 40 bis 50 Schafe, andere nehmen bei einer Drei⸗Felder⸗Wirthſchaft nur die Rockenausſaat