Teil eines Werkes 
3,1 (1811) Anweisung zur landwirthschaftlichen Baukunst : mit illuminirten Kupfern ; Theil 1, Abth. 1
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welche Balkendecken und Bodenraum erf., als Schafſtaͤlle dc. 255

zum Maßſtabe an, und rechnen auf jeden Scheffel 3 bis 4 Schafe. Ferner wird ange⸗ nommen, daß die Haͤlfte, oder auch wohl zwei Drittel der Zuchtherde aus Mutter⸗ ſchafen beſtehe, um viele Laͤmmer zuzuziehen, wobei gewoͤhnlich auf zehn Mutterſchafe ein Bock gerechnet, und der uͤbrige Theil der Herde aus Jaͤhrlingen und Laͤmmern beiderlei Geſchlechts beſtehend angenommen wird.

Alle dergleichen Berechnungen ſollten aber billig nur dem Oekonomen uͤberlaſſen bleiben, indem die Verſchiedenheit des Ackers, der Wirthſchaftsmethode und andere Umſtände dieß ſehr oft abaͤndern.

Der erforderliche Stallraum fuͤr: Schaf wird von den bekannteſten Schriftſtel⸗ lern von 5 bis zu 10 Quadratfuß verſchieden angegeben. Daß ſorches ſehr von der Verſchiedenheit der Oekonomie⸗Princixien, vielleicht gar nur von Meinungen abhaͤngt, beweiſet der, von dem Geheimen Ober-Baurath, Herrn Riedel jun., in den Sammlungen nuͤtzlicher Aufſaͤtze ꝛc., die Baukunſt betreffend, 1797 im zweiten Stuͤck mitgetheilte Aufſatz, nach welchem derſelbe ſich viele Muͤhe ge geben hat, durch Ausmeſſung verſchiedener Schafſtaͤlle, mit welchen die Oekonomen ſehr zufrieden waren, den fuͤr jedes Schaf erforderlichen Raum auszumitteln. Ob⸗ gleich nun dieß der ſicherſte Weg iſt, um hieruͤber eine Beſtimmung zu erhalten; ſo ha⸗ ben ſeine Ausmeſſungen dennoch vierfach verſchiedene Reſultate, naͤhmlich 5 ½, 6&, 6 und 9 Quadratfuß Stallraum fuͤr jedes Schaf geliefert.

Ein anderer Weg zur etwanigen Pruͤfung des zu großen oder zu geringen Betra⸗ ges dieſer Angaben laͤßt ſich durch Eintheilung oder Stellung der noͤthigen Raufen verſuchen.

Da naͤhmlich die Schafe waͤhrend des Futterns am mehrſten vertheilt im Stalle ſtehen, alſo den groͤßten Raum einnehmen, auch zugleich nothwendig zu ſeyn ſcheint, daß ſie ſaͤmmtlich und zu gleicher Zeit zu den Raufen und Krippen gelangen koͤnnen; ſo iſt es gewiß, daß nach ſolcher Berechnung der groͤßte Raum fuͤr einen Schafſtall ausgemittelt wird. Ob die Raufen nach der Laͤnge oder Tiefe des Gebaͤudes ſtehen ſollen, hat auf die Ausmittelung der Groͤße des Stalles keinen Bezug, ſondern dieß richtet ſich mehr darnach, ob die Thorwege zum Eintreiben an den Giebeln oder in den Fronten liegen, und wie ſich die Schafe, ohne von den Raufen behindert zu werden, beim Eintreiben am geſchwindeſten im Stalle vertheilen koͤnnen.

Die Raufen moͤgen nun nach der Laͤnge oder nach der Tiefe des Gebaͤudes ge ſtellt werden; ſo bleibt die Frage, wie weit die Diſtanzen ſeyn muͤſſen, in welchen ſie unter einander entfernt ſtehen. Die doppelten Raufen ſind reichlich gemeſſen 2 Fuß breit, und ein Schaf, vor der Krippe ſtehend, iſt ungefaͤhr 3 Fuß lang. Borheck giebt daher fuͤr die Entfernung der Raufen von Mittel zu Mittel derſelben 12 Calem⸗ bergiſche oder 11½ Rheinlaͤndiſche Juß an. Dagegen verlangt Herr Riem(der doch