Teil eines Werkes 
3,1 (1811) Anweisung zur landwirthschaftlichen Baukunst : mit illuminirten Kupfern ; Theil 1, Abth. 1
Entstehung
Einzelbild herunterladen

252 Zweiter Abſchn. Von Anlage u. Conſtruct. ſolcher Gebaͤude,

in der Stellung A und B ruhen, daß ſie von den Schafen nicht hin und her geſchoben werden koͤnnen.

Die Staͤbe cc ſind entweder ſchwache, eiſerne Stangen, oder hoͤlzerne Sproſ⸗ ſen, deren in jeder Raufe von etwa 6 Fuß Laͤnge nur 3 oder 4 ſeyn duͤrfen.

Die Pfaͤhle k in allen vier Figuren ſind aus 3 bis 4 Zoll im Quadrat ſtarkem Holze, gehen zwiſchen beiden Krippen hindurch, werden mit ihren Spitzen in die Erde geſtoßen, und ſind uͤber der Erde ungefaͤhr 5 Fuß hoch.

Wenn nun der Schaͤfer das Heu in die Raufe legen will, ſo bringt er ſie in die Stellung Fig. B, indem er die obern Raufenbaͤume vermittelſt eines oder zweier Hoͤl⸗ zer! aus einander ſpannt. Iſt das Heu in der Raufe, ſo nimmt er die Spannhoͤlzer l wieder heraus, und legt die obern Raufenbaͤume zuſammen; dann ſteht die Raufe in der Stellung Fig. A, indem ſie auf der Krippe ruht und zum Theil vermittelſt der Stricke k an dem Haken i haͤngt. So koͤnnen die Schafe waͤhrend des Freſſens we⸗ der ſich das Heu in die Wolle ziehen, noch in die Raufen ſpringen. Sollten aber deſſen ungeachtet einige Schafe waͤhrend des Freſſens ſich quer vor die Raufe ſtellen, ſo koͤnnen die hinter ihnen ſtehenden doch nicht leicht das Heu in der Raufe erreichen, und werden ſich dann ſchon Platz machen.

Damit auch das, waͤhrend des Freſſens aus dem Heu in die Krippen fallende Geſaͤme nachher von den Schafen verzehrt werden kann, zieht man hernach die Rau⸗ fen in die Hoͤhe, wodurch ſie in die Stellung Fig. C(welche auch in der Laͤngenan ſicht Fig. D vorgeſtellt iſt) zu ſtehen kommen.

Um dieſes Hinaufziehen zu bewirken, ſind die gedachten Stricke k, wie in allen Figuren zu ſehen iſt, um die Raufenbaͤume geſchlungen, und in den Pfaͤhlen die Loͤ⸗ cher ghi in Entfernungen von g bis 12 Zoll angebracht, in welche letztere man nach Erforderniß die in Fig. D vorgeſtellten Haken g ſteckt, woran die Raufen vermittelſt der Stricke gehangen werden.

Die Anfertigung dieſer Raufen iſt zwar viel zuſammen geſetzter, als die der vori⸗ gen, indeß ſcheint ſie auch ihrem Zwecke mehr als jene zu genuͤgen. Den, von Herrn Riem am erwaͤhnten Orte gegebenen Nachrichten zufolge, waren dergleichen Krippen und Raufen ſchon in Schleſien bei dem Herrn von Hamm im Gebrauch.

Eben ſo zuſammen geſetzt iſt die in demſelben Hefte von Herrn Riem beſchrie⸗ bene, einfache Raufe nebſt Krippe, welche in Fig. 137 vorgeſtellt iſt, und von dem Herrn Grafen Magnus in Eckersdorf in der Grafſchaft Glatz bereits in

Anwendung gebracht ſeyn ſoll.