Teil eines Werkes 
3,1 (1811) Anweisung zur landwirthschaftlichen Baukunst : mit illuminirten Kupfern ; Theil 1, Abth. 1
Entstehung
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246 Zweiter Abſchn. Von Anlage u Conſtruct. ſolcher Gebaͤude,

als hinlaͤnglicher Grund angenommen werden, die vorgedachten Luftzuͤge anſtatt der Dunſtroͤhren anzulegen. Anm. Der Herr Architeet Sturm(jetzt Profeſſor in Jena) ſagt in ſeinen Bemerkungen

uͤber die Niederdeutſche Landbaukunſt:Wenn ich einen Schafſtall nach meinen

eigenen Ideen angeben ſollte, ſo wuͤrde ich nur allenfalls gegen Norden eine ganze Wand auffuͤhren, auf den andern Seiten aber wuͤrde ich von 1o zu 10 Fuß maſſive oder hoͤlzer⸗ ne Pfeiler mit Nuthen anbringen, und in ſelbige 1zzoͤllige Bohlen einſchieben(ſ. Fig. 174 im erſten Theile). Bei dieſer Vorrichtung kann man nach Gefallen mehr oder weniger

Luft zulaſſen, je nachdem man weniger Bohlen einſetzt oder herausnimmt. Dachfenſter, die das noͤthige Licht, und dem auf dem Dachboden befindlichen Rauhfutter den erforderlichen Luftzug, mittheilen, ſind allerdings nothwendig, unge⸗ achtet man bei Gebaͤuden dieſer Art gern alles vermeidet, was mehr oder weniger Dach⸗ reparaturen veranlaſſen kann. Von der Conſtruction derſelben iſt bereits im zweiten Theile dieſes Werks umſtaͤndlich gehandelt, und dabei auch erinnert worden, daß zu Strohdaͤchern die ſo genannten Fledermausfenſter ſich am beſten ſchicken, wovon die in Fig. 32 E des zweiten Theils gezeichnete Art hier zu waͤhlen ſeyn duͤrfte. Die Heulu⸗ ken dagegen, wozu am angefuͤhrten Ort gleichfalls mehrere Anweiſungen gegeben wor⸗ den, koͤnnen durch folgende Conſtruction ganz vermieden werden. Man bringe naͤhm⸗

lich da, wo die Heuluke ſtatt finden ſoll, nach Fig. 131 ſtarke und lange Baͤnder bo

an, welche von der Wand bis in die Balken reichen, bekleide die Flaͤche von b bis o und die beiden dreieckigen Seiten dicht mit Brettern, lege bei a in einer ſchicklichen Hoͤhe einen Fußboden an, verſetze die Oeffnung d mit einer Thuͤre, und laſſe die Oeff⸗ nung e zwiſchen den Balken offen. Wenn nun in a ein Mann ſteht, ſo kann derſel be, beſonders wenn der Stall ſehr hoch waͤre, um ſo bequemer das Heu:ꝛc. vom Wa⸗ gen in den Boden ſtecken.

Sollte zu der Oeffnung e ein Balkenfach nicht hinreichen, indem eine ſolche Oeff⸗ nung wenigſtens 4 bis 5 Fuß breit ſeyn muß; ſo werden ein oder zwei Balken daſelbſt ausgewechſelt. Damit auch weder die Duͤnſte aus dem Stalle in den Boden, noch die kalte Luft zu ſehr in den Stall dringen, kann zwiſchen den Baͤndern bo und an beiden dreieckigen Seiten, anſtatt der vorgedachten Bretterbekleidung, ordentlich ausgeſtackt und gelehmt werden.

§. 126. No y. Die Decke in einem Schafſtalle ſoll nicht allein die Waͤrme darin, beſonders zur faueion er Lammzeit, erhalten, ſondern auch verhindern, daß der Dunſt von den Schafen ſich Schafſtaͤlen. dem auf dem Boden befindlichen Rauhfutter mittheile, welches der Geſundheit der

Schafe nicht anders als ſchaͤdlich waͤre. Ferner ſoll die Decke davor ſichern, daß das