Teil eines Werkes 
3,1 (1811) Anweisung zur landwirthschaftlichen Baukunst : mit illuminirten Kupfern ; Theil 1, Abth. 1
Entstehung
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244 Zweiter Abſchn. Von Anlage u. Conſtruct. ſolcher Gebaͤude,

Um dieſe Temperatur nach Maßgabe der aͤußern Witterung beſſer zu erreichen, glaube ich, mit Grunde wieder auf das zuruͤck zeigen zu koͤnnen, was ich bereits uͤber die Nothwendigkeit der Fenſter in einem Schafſtalle geſagt habe. Da aber das Oeff⸗ nen der Fenſter bei ſehr rauher Witterung theils einen zu großen Luftſtrom nahe uͤber die Schafe hinweg fuͤhren, theils durch ſelbiges Regen und Schnee eingetrieben wer⸗ den wuͤrde; ſo ſind außer den Fenſtern, welche alsdann nur fuͤr die Einwirkung der Sonnenſtrahlen beſtimmt ſind, noch beſondere Luftzuͤge unter der Decke anzulegen.

In Betreff der Luftzuͤge in den Umfaſſungswaͤnden , ſagt Borheck in ſeiner Landbaukunſt(Göoͤttingen bei Vandenhoͤck und Ruprecht):man kann die Fen⸗ ſter des Stalles 6 bis 7 Fuß vom Fußboden hinauf anfangen, ſie 5 bis 6 Fuß hoch machen, und den obern Theil derſelben ganz nahe an der Decke 12 bis 14 Zoll hoch mit einem Drathgitter und das uͤbrige Fenſter mit Glas verſchließen. Er ſetzt aber hinzu:ſo gut auch der Dunſt durch dieſe mit dem Fenſter vereinigten Gitter abge fuͤhrt wird, ſo tritt doch der unangenehme Umſtand ein, daß bei windigem Wetter Regen und Schnee zu leicht durchgetrieben werden kann, dergeſtalt, daß die dahin⸗ ter ſtehenden Schafe genoͤthigt ſind, ihre Plaͤtze zu verlaſſen, oder daß der Schaͤfer dieſe Oeffnungen ganz verſtopft, und dadurch zugleich den ſo noͤthigen Luftzug ver⸗ hindert. Er macht daher den Vorſchlag, das Simsbrett an den Balkenkoͤpfen ſtel⸗ lenweiſe wegzulaſſen, und ſo die Luftzuͤge zwiſchen den Hauptbalken unmittelbar un ter der Decke anzulegen(wie ſchon§. 57. erwaͤhnt worden), wo ſie dann durch das uͤberſtehende Dach von dem Eintreiben des Regens und Schnees geſichert ſind.

In ſo fern nach Fig. 130 A durch die auf dem Dachboden befindlichen Bretter ab verhindert wird, daß nicht zugleich die Ausduͤnſtungen im Schafſtalle mit dem, auf dem Boden befindlichen Rauchfutter Communication erhalten, ſind dieſe Luftzuͤge ſehr gut. Bei maſſiven Umfaſſungsmauern laſſen ſich die Luftzuͤge noch auf andere Art nach Fig. 130 B anbringen, wo naͤhmlich der Luftzug ſchraͤg hinauf nach der De cke ſteigt, und dadurch, daß der Punkt b mit dem Punkt a in der Wagge liegt, das Eintreiben des Regens und Schnees verhindert wird. Dieſe zuletzt gedachten Luft zuͤge koͤnnen r Fuß hoch und ungefaͤhr 2 Fuß lang ſeyn. Am ſchicklichſten werden ſie mit Zargen von Brettern angefertigt, und es kann ſie der Schaͤfer, wenn es ja noͤthig ſeyn ſollte, innerhalb verſtopfen, oder, da dieß wegen der Hoͤhe ſehr umſtaͤndlich iſt, koͤnnen ſie mit Klappen(welche unterwaͤrts aufſchlagen, und durch eine Schnur uͤber einer Rolle wiederum verſchloſſen werden) verſehen ſeyn. Zum dichten Verſchluſſe duͤrfte es gut ſeyn, den obern Theil der Zarge vor dem untern ſchraͤg vorſtehen zu laſſen.

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