Teil eines Werkes 
3,1 (1811) Anweisung zur landwirthschaftlichen Baukunst : mit illuminirten Kupfern ; Theil 1, Abth. 1
Entstehung
Einzelbild herunterladen

aude

4 geht mit auf Wieſen

ict allen t mehrern n. Nach

bor, fuͤr

veg be⸗ melnde

n Fron⸗ hraͤnkte Fen⸗ ßboden ahl der Fenſter

tweder traien t Feld⸗ illen zu

öcher Win⸗ it den Kälte zum ßten ohne

welche Balkendecken und Bodenraum erf., als Schaſſtaͤlle ꝛc. 245

Grund, jedoch in den mehrſten Faͤllen dem Schafſtande nachtheiliger ,als die beabſich⸗ tigte Erſparung werth iſt.

Ferner, um den Stall taͤglich, wenn die Schafe ausgetrieben worden, von al⸗ len Ausduͤnſtungen zu reinigen, ſind die Luftzuͤge oder kleinen Kreuzloͤcher und ſelbſt die wenigen Thorwege zuweilen nicht hinreichend; daher durch die Mitoͤffnung der Fen⸗ ſter dieſer Zweck geſchwinder und beſſer erreicht wird.

Die Einfahrts⸗Thorwege werden in einem ordentlich belegenen Schaf⸗ ſtalle gewoͤhnlich an jedem Giebel oder in der Mitte der Fronten, oder, wenn der Stall ſehr groß iſt, ſo wohl in den Giebeln, als in der Mitte der Fronten angelegt. Der Thorweg in der Fronte nach dem Schafhofe dient zum Ein⸗ und Austreiben der Schafe, und die Thorwege in den Giebeln dienen zum Miſtausfahren, alle zugleich aber, und beſonders die nach dem Felde hinaus, ſind dazu beſtimmt, bei Feuersgefahr die Schafe ſchnell nach allen Seiten aus dem Stalle treiben zu koͤnnen. Die Breite der Thorwege betraͤgt gemeiniglich ro Fuß, und ihre Hoͤhe richtet ſich nach der Hoͤhe des Stalles, jedoch muß letztere, wie vorher erwaͤhnt iſt, nicht unter 9 Fuß, ſondern wo moͤglich noch hoͤher ſeyn, damit auch allenfalls ein beladener Heuwagen hinein fah⸗ ren, und das Heu innerhalb, durch Klappthuͤren in der Decke, nach den Boͤden ge⸗ ſchafft werden kann. Wenn die Thorwege in maſſiven Mauern, anſtatt uͤberwoͤlbt zu ſeyn, mit einem ſtarken Latteholze uͤberdeckt werden; ſo koͤnnen ſie an Hoͤhe gewinnen. Sollen jedoch die Giebel im Dache maſſiv aufgefuͤhrt werden, ſo muͤſſen die Thorwege in ſolchen Giebeln uͤberwoͤlbt ſeyn.

Einige kleinere Thuͤren an der Hof⸗ oder Mittagsſeite eines langen Stalles ſind noch außer den Thorwegen nothwendig, um zu den verſchiedenen Abtheilungen oder Abhortungen, welche beſonders in der Lammzeit im Stalle gemacht werden, gelangen, oder auch im Winter, ohne durch jedesmahliges Oeffnen der Thorwege zu viel Kaͤlte einzulaſſen, in den Stall kommen zu koͤnnen.

Alle Thuͤr⸗ und Thorfluͤgel am ganzen Stalle muͤſſen nach auswaͤrts aufſchla⸗ gen, theils um dadurch keinen Raum im Stalle zu verlieren, theils auch, um bei Feuersgefahr deſto ſchneller die Schafe heraustreiben zu koͤnnen. 3

Herr Riem ſagt am mehr erwaͤhnten Orte mit Recht:Die Waͤrme in einem Schafſtalle muß beſtuͤndig wie eine recht kuͤhle Sommerluft ſeyn, oder wie ſie an hel⸗ len Herbſttagen zu ſeyn pflegt, weil dieſe Thiere ſchon von der Natur eine warme Be⸗ deckung erhalten, auch weil es ſehr ungeſund fuͤr die Schafe iſt, wenn ſie im Herbſte oder Winter aus einem zu warmen Stalle in die Kaͤlte getrieben werden, auch die gro⸗ be Winterwolle von der Hitze zu ſtark waͤchſt, und das Fell duͤnne und ſchlecht wird.

H 2