Von Anle⸗
gung der Thuͤ⸗ ren, Fenſter, Luftzuͤge und Heuluken in Schafſtaͤllen.
242 Zweiter Abſchn. Von Anlage u. Conſtruct. ſolcher Gebaͤude,
den wird. Die Erde abſorbirt das Ammonium, welches die Schafe ausduͤnſten, es geht mit⸗ hin zum Vortheile des Duͤngers nichts davon verloren, und ſelbiges iſt beſonders auf Wieſen mit Nutzen anzuwenden.
Meiner Meinung nach ſollte ſich nach der Anhaͤufung des Duͤngers nicht allein die innere Hoͤhe eines Stalles richten, ſondern es ſollte nach Maßgabe der mehrern Groͤße der Herde in einem Stalle, letzterer auch hoͤher angenommen werden. Nach dem, was Herr Riem in dem ſchon erwaͤhnten Hefte anfuͤhrt, ſchlage ich vor, fuͤr eine Heerde
bis zu 500 Stuͤck die Hoͤhe des Stalles 10 Fuß hoch
8300————— 11— hoch — 1ooo————— 12— hoch — 1500——4—4—— 4z— hoch
anzunehmen. Bei ſolchen Hoͤhen koͤnnen die Luftzuͤge uͤber den Schafen hinweg be— quem angelegt, und der verhaͤltnißmaͤßig von der Menge der Schafe ſich ſammelnde Dunſt kann durch ſelbige beſſer abgeleitet werden.
1§. 125.
Da die Schafe das helle Tageslicht lieben, ſo muͤſſen in den beiden langen Fron⸗ ten eines Schafſtalles, beſonders gegen die Mittagsſeite(oder wenn die eingeſchraͤnkte Lage des Stalles es nicht anders erlaubt, wenigſtens nach der Morgenſeite) Fen⸗ ſter von 2 bis 3 Fuß Hoͤhe und Breite, jedoch in moͤglichſter Hoͤhe vom Fußboden binauf, angebracht werden. Die Anzahl der Fenſter richtet ſich nach der Anzahl der Binder im Gebaͤude, und zwar ſo, daß allemahl zwiſchen zwei Bindern ein Fenſter zu ſtehen kommt.
Anm. Herr Lange ſagt in ſeinen Zufaͤlligen Gedanken:„die Fenſter muͤſſen entweder „nicht ſo groß ſeyn, daß man ein Schaf durchſtecken kann, oder ſie muͤſſen mit Traillen „verſehen werden.“ Der Diebſtahl auf dieſem Wege duͤrfte indeß wohl nur von der Feld⸗
ſeite des Stalles zu befuͤrchten ſeyn; woſelbſt denn alſo die Fenſter noch mit Traillen zu
ſichern waͤren.
Einige Baumeiſter und Oekonomen wollen zwar nur ſo genannte Kreuzloͤcher oder ganz kleine Fenſter, eine Scheibe groß, erlauben, welche der Schaͤfer im Win— ter nach Gefallen verſtopfen kann. Allein einmahl verbinden ſie gewoͤhnlich mit den Fenſtern zugleich die Luftzuͤge, wobei dann, wenn ſolche z. B. bei heller, klarer Kaͤlte verſtopft ſind, auch die Sonnenſtrahlen aus dem Stalle abgehalten werden. Zum andern wollen ſie dadurch die Reparaturkoſten der Fenſter erſparen. Was den letzten Punkt betrifft, ſo iſt derſelbe da„ wo ſo ſtrenge Oekonomie erforderlich iſt, nicht ohne


