Teil eines Werkes 
3,1 (1811) Anweisung zur landwirthschaftlichen Baukunst : mit illuminirten Kupfern ; Theil 1, Abth. 1
Entstehung
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welche Balkendecken und Bodenraum erf., als Schafſtaͤllec. 241

iſt, in ihren ſtrengen Ausduͤnſtungen lange Zeit eingeſperrt zu bleiben, den jungen Laͤmmern aber bei kalter Witterung(wenn ſie nicht von ihrer Geburt an daran ge⸗ woͤhnt, ſondern immer in maͤßig warmen Staͤllen gehalten worden ſind) auf keine an⸗ dere Art friſche Luft, zugleich mit der ihnen noͤthigen Waͤrme, gegeben werden kann.

§. 124.

Da in rauhen Jahreszeiten, des Windes, Regens und Schnees wegen, die Thorwege und andere niedrig liegende Oeffnungen nicht hinlaͤnglich geoͤffnet werden koͤnnen, um die noͤthige geſunde Luft in den Stall zu laſſen; ſo iſt dem Stalle eine angemeſſene innere Hoͤhe zu geben, damit die Ausduͤnſtungen durch Luftzuͤge in den Frontwaͤnden uͤber den Schafen hinweg, ohne ſie zu beruͤhren, hinausge⸗

Innere Hoͤhe eines Schaf⸗ ſtalles.

ſchafft werden koͤnnen. Zu hohe Staͤlle ſind dagegen wieder zu kalt, und verurſachen

in Anſehung des Baues und der Unterhaltung mehrere Koſten.

Die bekannteſten Schriftſteller, welche uͤber dieſen Gegenſtand geſchrieben, ſind in Betreff der, einem Schafſtalle zu gebenden Hoͤhe zwiſchen g und 16 Fuß verſchie⸗ den. Einige unter ihnen wollen die große Hoͤhe nur deswegen, um ein Senkgebaͤlke zu mehrerem Futtergelaß darin anbringen zu koͤnnen, und ſehen daher weniger auf die Hoͤhe im Lichten des Stalles fuͤr die Schafe ſelbſt. Dergleichen Senkgebaͤlke(ſiehe im zweiten Theil§. 8.) ſind aber immer eine koſtſpielige Bauart, und gehoͤren nicht zu einem kunſtmaͤßigen und ſoliden Verbande.

Die erſte Ruͤckſicht bei Beſtimmung der Hoͤhe eines Schafſtalles iſt wohl unſtrei⸗ tig diejenige, daß der Miſt bequem aus demſelben gefahren werden kann, und hieraus wuͤrde meiner Meinung nach die moͤglichſt geringſte Hoͤhe im Lichten zu beſtimmen ſeyn. Der Miſt haͤuft ſich naͤhmlich den Winter hindurch zuweilen auf 2 bis 3 Fuß hoch an,

und wenn der Wagen mit Miſt beladen etwa 6 Fuß hoch angenommen wird; ſo muͤſ⸗

ſen die Thorwege wenigſtens 9 Fuß, folglich der Stall im Lichten 10 Fuß hoch wer⸗ den. Die Baͤnder, welche von den Unterzugsſtaͤndern aus die Decke unterſtuͤtzen, koͤnnen nicht als ein Hinderniß angeſehen werden, weil ſolche nur der Laͤnge nach unter die Unterzuͤge anzubringen ſind, und der Wagen auch nur der Laͤnge des Gebaͤudes

nach, folglich ohne durch die gedachten Baͤnder behindert zu werden, hindurch zu fah⸗

ren braucht.

Anm. In einem Stuͤcke der Zeitſchrift Velocifer erinnere ich mich folgenden Auszug aus der Bibliotheque britannique geleſen zu haben: Der Fußboden in einem Schafſtalle ſoll mit Thon wie eine Tonne geſchlagen, darauf 2 bis 3 Zoll hoch lockere Erde geſchüttet und dieſe mit Stroh bedeckt werden. So wie es im Stalle zu riechen anfaͤngt, bringe man zeitig das noch nicht verfaulte Stroh vor die Krippen, ſchuͤtte von neuem einen Zoll hoch trockene Erde dar⸗ auf, und uͤberdecke ſie mit neuem Stroh u. ſ. f., wodurch der Geruch im Stalle ganz vermie⸗

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