Lage eines
240 Zweiter Abſchn. Von Anlage u. Conſtruct. ſolcher Gebaͤude,
Veredelte Schafe ſind diejenigen, in Anſehung welcher man ſich vormals der engli⸗ ſchen, jetzt aber der ſpaniſchen Boͤcke, welche eine feinere Wolle haben, zur Fortpflanzung und Verbeſſerung der Race bedient.
Die Schaͤfereien werden eingetheilt in Zucht- und Hammelſchaͤfereien.
Die Zuchtſchaͤfereien muͤſſen in der Naͤhe des Vorwerks liegen, damit der Landwirth auf das Futter und die Pflege des Viehes ſein Augenmerk richten kann; deſſen ungeachtet ſoll⸗ ten ſie, wo große Heerden ſind, nicht mit im Gehoͤfte angelegt werden. Die Hammelſchaͤ⸗ fereien dagegen werden oͤfters an den aͤußerſten Grenzen der Feldmark deshalb angelegt, weil dieſes Vieh ſchlechter, als die Zuchtſchafe gefuͤttert wird, auch durch daſſelbe die abgelegenſten Huͤtungen benutzt, und die entlegenſten Felder geduͤngt werden.
In hieſiger Gegend ſind gemeiniglich Schafe und Hammel beiſammen, ſogar oft in einem Stalle. Beſſer iſt es aber, wenn der Hammelſtall beſonders vorhanden iſt. Zu einer Hammelſchaͤferei, wenn ſie entfernt vom Vorwerke liegt, gehoͤrt ein Schaͤferhaus, bloß zur Wohnung fuͤr denſelben. Zu einer Zuchtſchaͤferei aber muͤſſen in dem Schaͤferhauſe eine Kuͤche zum Aufwallen der Milch, desgleichen ein Keller und eine Gelegenheit zum Butter⸗ und Kaͤ⸗ ſemachen vorhanden ſeyn.
Nach dieſen Vorerinnerungen kann ich nun zur Beſchreibung der Anlage eines hieſigen guten Schafſtalles uͤbergehen.
§H. 123. Das erſte Erforderniß eines Schafſtalles iſt eine gute trockene Lage des
Schafſalles. Gebaͤudes, folglich eine etwas erhoͤhete Gegend, und außerdem noch, damit auch
das Traufwaſſer nicht in den Stall fließe, eine kleine Erhoͤhung von etwa 6 Zoll im Innern des Stalles, gegen das aͤußere Terrain. Dieſe innere Erhoͤhung kann, da ſie von dem Urin der Schafe durchdrungen wird, alſo eine gute Duͤngung liefert, beim Ausfahren des Miſtes jedesmahl mit weggeſchafft, jedoch ſogleich wiederum mit tro⸗ ckener Erde erſetzt werden.
Ferner iſt es ſehr vortheilhaft, dem Schafſtall eine ſolche Lage zu geben, daß die langen Fronten deſſelben gegen Mittag und Mitternacht liegen, und zwar die Fronte nach dem Schafhofe gegen Mittag, welches ſich um ſo eher ausfuͤhren laͤßt, wenn, wie ſchon gedacht, die Schaͤferei nicht im Einſchluſſe des Vorwerkshofes, ſondern in einiger, jedoch naher Entfernung iſolirt angelegt wird. Dieſe Lage gewaͤhrt den Vor⸗ theil, daß, wenn die Schafe im Winter zuweilen des Fuͤtterns wegen in den Hof ge⸗ laſſen werden, der Stall die rauhen Nordwinde abhaͤlt, auch daß, wenn die Thor⸗ wege nach dem Schafhofe geöffnet und mit Bohlen verſetzt werden, die jungen Laͤm⸗ mer im Stalle ſich an den durch Thorweg und Fenſter eindringenden Sonnenſtrahlen
erwaͤrmen koͤnnen, welches ihrer Geſundheit ſehr zutroͤglich iſt. Dazu kommt, daß
bei einer ſolchen Lage die Sonne im Winter den Stall, wenn die Schafe am mehr⸗ ſten in ihm gehalten werden, erwaͤrmen kann, waͤhrend daß durch die vorhandenen Luftzuͤge oder Fenſter friſche Luft gegeben wird. Dieſer Vortheil hat ſeine unwider⸗ ſprechliche Richtigkeit, indem es jedem Thiere, und ſo auch den Schafen, ſehr ſchaͤdlich
iſt,


