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welche Balkendecken und Bodenraum erf., als Schafſtaͤlle ꝛwc. 259
Dem ſei indeſſen, wie ihm wolle, dem angehenden Baumeiſter iſt hieruͤber nur zu wiſſen noͤthig, auf welche verſchiedene Arten das Schafvieh eingeſtallet wird. Es⸗ kann ſolches naͤhmlich auf viererlei Arten geſchehen:
r. Auf dem Gehoͤfte wird in einer Ecke, welche die uͤbrigen Gebaͤude bilden, ein Umfang von einer, fuͤr die Herde erforderlichen Groͤße mit Horten umſetzt, wo dann, ſo wie auf dem Felde, die Schafe ganz unter freiem Himmel liegen, welches ein Hortenſtall genannt wird.
2. So genannte ganz offene Schafſtaͤlle ſind Gebaͤude, welche nur aus einem Dache und ganz offenen Seitenwaͤnden beſtehen, und von außen herum mit Horten umſetzt werden.
3. Halb offene Schafſtaͤlle werden gewoͤhnlich ſo erbaut, daß ſie einen eigenen Schafhof einſchließen, wo dann die Fronten und Giebel, welche die aͤußere Einſchließung ausmachen, ausgemauert oder ſonſt auf andere Art dicht verſchloſſen, die Seiten der Staͤlle nach dem Hofe hin aber ganz offen ſind.
Zu dieſen drei Arten ſind aber noch beſondere, kleine, ganz umſchloſſene Schaf⸗ ſtaͤlle fuͤr kranke Schafe und junge Laͤmmer erforderlich.
4. Die vierte Art Schafſtaͤlle ſind nun die ganz umſchloſſenen, wie ſol— che hier und in den mehrſten Gegenden und Laͤndern gebraͤuchlich ſind. Bei dieſer Art von Schafſtaͤllen hat der Baumeiſter das mehrſte zu beobachten, daher ſolche hier zuerſt beſchrieben werden ſollen, worauf dann uͤber die drei andern Arten ebenfalls einiges bemerkt werden wird.
Anm. Ehe ich fortfahre, muß ich noch einiges in Betreff der Benennung und Eintheilung des Schafviehes und der Schaͤfereien anfuͤhren.
So lange die Laͤmmer unten 8 Milchzaͤhne haben, heißen die maͤnnlichen Bock⸗ oder Stoͤhr⸗Laͤmmer, und die weiblichen Zibben oder Kalber⸗Laͤmmer. Wenn die Läͤmmer beiderlei Geſchlechts ein Jahr alt ſind, ſo fallen ihnen die zwei mittelſten Milchzaͤhne aus, und ſie bekommen an deren Stelle zwei laͤngere Zaͤhne oder ſo genannte Schaufeln, und hei⸗ ßen dann Jaͤhrlinge. Wiederum nach einem Jahre verlieren ſie zwei andere Milchzaͤhne, an deren Stelle ihnen andere, laͤngere wachſen, und ſie heißen alsdann Zeitſchafe.
Das Wechſeln der Zaͤhne geht ſo bis zum vierten Jahre fort, worin ſie die letzten Laͤm⸗ merzaͤhne verlieren, und worauf ſie nicht mehr im Alter zu erkennen ſind, und abgeſchobe⸗ nes oder abgezahntes Vieh heißen.
Unter dem Ausdrucke Merzvieh verſteht man ſo wohl diejenigen Zeitſchafe beiderlei Ge⸗ ſchlechts, welche nicht zur Zucht gebraucht werden koͤnnen oder ſollen, als auch diejenigen Mutterſchafe, welche zur Fortpflanzung nicht mehr tauglich ſind. Beide Arten werden alſo ausgemerzt, und zum Fettmachen oder Maͤſten beſonders geſtallet, oder auch zum Ver⸗ kauf gebracht.
So genanntes Schmeervieh ſind Schafe, welche eine gewiſſe Art Raͤude haben, die gewoͤhnlich durch den Gebrauch aͤußerer Mittel gedaͤmpft wird, woran die Schafe aber zuwei⸗ len auch ſterben. Dieſe Krankheit exiſtirt jedoch nicht an allen Orten.


