Teil eines Werkes 
3,1 (1811) Anweisung zur landwirthschaftlichen Baukunst : mit illuminirten Kupfern ; Theil 1, Abth. 1
Entstehung
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Anm. Seite 203 iſt erwaͤhnt worden, daß der Rocken bei einer 1 Fuß ro Zoll hoch angenomme⸗ nen Schuͤttung auf jeden Quadratfuß Bodenflaͤche ungefaͤhr mit 30 Pfund druͤckt. Dagegen wiegt eine Tonne Salz von der Groͤße der, Seite 214 erwaͤhnten Mehltonnen, worin etwa 6 Scheffel enthalten ſind, 436 Pfund. Wenn nun, wie gew hnlich⸗ 3 Tonnen uͤber einander gelegt werden, und jede Tonne in der untern Lage ungefaͤhr 773 Quadratfuß Raum einnimmt, ſo wird jeder Quadratfuß mit 171 Pfund, folglich mit mehr als doppelt ſo viel, als vom Ge⸗ treide gedruͤckt.

Um daher eine, wie vorher bei den Getreide⸗Magazinen angewieſene, Anzahl Unterzugsſtaͤnder und Unterzuͤge, in Ruͤckſicht der auf jedem Boden ruhenden Laſt des Getreides, auch fuͤr Salz-Magazine von 3 und mehrern Etagen Hoͤhe, in Abſicht der hier viel groͤßern Laſt anzuordnen, wuͤrden beinahe 4 mahl mehr Unterzugsſtaͤnder mit ihren Unterzuͤgen erforderlich ſeyn. Wie wuͤrde aber dieſer Wald von Unterzugs⸗ ſtaͤndern den Raum beſchraͤnken!

Anm. In dem, Seite 217 erwaͤhnten, hieſigen Privat⸗Magazin, welches mit einer hohen untern Etage, urſpruͤnglich zu einer Zuckerſiederei beſtimmt, daruͤber aber mit 4 niedrigern Etagen zu Magazin⸗Boͤden erbaut war, wurden nach der Zeit miethsweiſe ſaͤmmtliche Boͤden mit Salz, 3 bis 4 Tonnen boch belegt. Die einfachen Unterzugsſtaͤnder ſchnitten ſich in die Unterzuͤge um mehr als ½ Zoll tief ein; einige zerſprengten die unter ihnen auf den Fundamenten lie⸗ genden Platten von Rothenburger Sandſteinen; andere bogen ſich aus der perpendieulaͤren Li⸗ nie; die Unterzuͤge und die auf ihnen ruhenden Balken bogen ſich ſo, daß letztere ſich ſchon aus den maſſiven Frontmauern gezogen hatten, und gaͤnzlich zu zerbrechen drohten; kurz, es mußte das Magazin ſchleunigſt entlaſtet werden, wenn man nicht dem baldigen Linſtutz des ganzen Gebaͤudes entgegen ſehen wollte.

Der Beſorgniß, daß hoͤlzerne Unterzugsſtaͤnder in Salz⸗Magazinen, wegen der großen Laſt(wenn naͤhmlich ein ſolches Magazin hoͤher als zwei Etagen wäre) ſich in einander druͤcken wuͤrden, koͤnnte man zwar dadurch entgehen, wenn man in der unterſten Etage maſſive Pfeiler anſtatt der Unterzugsſtaͤnder anlegte. Da aber deren doch eben ſo viele ſeyn mußten, als hoͤlzerne Staͤnder oben darauf ſtehen ſollen, und die maſſiven Pfeiler auch eine bedeutende Staͤrke von etwa 3 Fuß im Quadrat erhalten muͤßten; ſo wuͤrde, wegen des großen Verluſtes an Raum in der unterſten Etage, wenig Vortheil dabei ſeyn.

§. 115.

Wenn wir nun die Hoͤhe eines Salz⸗Magazins auf 2 Etagen feſtſetzen, ſo ſind 3 Boͤden zum Niederlegen der Tonnen vorhanden; der Boden uͤber den Kehlbalken aber, wenn letztere gut unterſtuͤtzt ſind, koͤnnte zur Aufbewahrung der leeren Tonnen dienen.

Da, wenn das Salz in Tonnen aufbewahrt wird, gewoͤhnlich drei uͤber ein einander gelegt werden; ſo iſt, wie ſchon Seite 214 gedacht worden, jede Etage 9 Fuß hoch zu machen. Die unterſten Tonnen werden in jeder Etage auf Unterlagen von fuͤnfzoͤlligem Kreuzholze gelegt.

In der Mitte eines Salz⸗Magazins von ungefaͤhr 100 Fuß Laͤnge iſt ein

Von der in⸗ nern Einrich⸗ tung eines

Salz⸗Ma⸗

gazins.