Von Salz⸗ Magazinen.
222 Zweiter Abſchn. Von Anlage u. Conſtruct. ſolcher Gebaͤude,
Anm. In Leipzig ſah ich eine, vom Herrn Bau⸗Director Dauthe angegebene, mir bis dahin unbekannt geweſene Art, die Fußboͤden zu legen. Es werden nähmlich immer drei gute, trockene Bretter, die hier nur 12 bis 16 Fuß lang ſind, gefugt, und die Kanten werden mit ungeloͤſchtem Kalk und weichem Kaͤſe(ſo genanntem Quargkaͤſe) beſtrichen, und mit Keilen und Zwingen zu⸗ ſammen getrieben, und wenn dieß getrocknet iſt, werden dieſe, aus drei Brettern beſtehenden Tafeln eine an die andere auf den Boden verlegt, feſt an einander getrieben, und mit kleinen Naͤgeln von Stahl auf die Unterlager angeheftet. Die Naͤgel, welche nur ſehr kleine Koͤpfe ha⸗ ben, werden recht tief eingetrieben oder verſenkt, und uͤber ſelbigen werden feine Spähne von Lindenholz mit jener Maſſe von Kalk und Käaͤſe uͤbergeſtrichen, welches ſehr ebene Fußboͤden giebt. Dabei iſt zu beobachten, daß nach den Jahresringen des Holzes die aͤußere Seite der Bretter oberwaͤrts zu liegen kommt.
Das Verſenken der Naͤgel waͤre nun bei Magazin⸗Boͤden nicht noͤthig, ſondern nur bei Wohnzimmern anzuwenden.
In Magazinen von ausgemauertem Fachwerk, wo der innere Abpußz
ſehr leicht von den Stielen ſich abſtoͤßt, und dennoch zuweilen das Getreide gegen die
Fronten geſchuͤttet wird, ſollte, zur mehrern Reinhaltung des Getreides ,„ das Fach⸗ werk laͤngs an ſaͤmmtlichen Ringwaͤnden, ſo hoch als die Schuͤttung reicht, naͤhmlich 2 Fuß mit aufgeſetzten Brettern bekleidet, und in maſſiven Magazinen eine breite Fußboden⸗Leiſte laͤngs an die Mauern genagelt werden. Im Dachboden aber muͤſſen 2 Fuß hohe Aufſetzbretter unter den Sparren, und in allen Etagen um jeden, durch den Fußboden heraufkommenden Unterzugsſtaͤnder, Fußleiſten angebracht werden.
§. 114.
Das Salz wird in Magazinen entweder in Tonnen, oder als loſes Salz aufbewahrt. Dieſe verſchiedene Aufbewahrungsart muß beim Bau der Salz⸗ magazine ganz vorzuͤglich beruͤckſichtigt werden. Denn außer der ſehr großen Laſt, welche das Salz mehr noch, als das Getreide verurſacht, draͤngt das loſe Salz, wenn ſolches zuweilen 6 und mehrere Fuß hoch geſchuͤttet wird, ganz außerordentlich gegen die Seitenwaͤnde.
Es ſollten Salz⸗Magazine nie hoͤher, als eine, hoͤchſtens zwei Etagen er⸗ baut werden. Erſtlich, weil das Salz, welches in Tonnen aufbewahrt wird, zwar wohl vermittelſt der Winden auf die verſchiedenen Boͤden hinauf und herunter, aber nicht zur zweckmaͤßigen Vertheilung der Laſt in den verſchiedenen Etagen, wie§. ITr. erwaͤhnt worden iſt, von einem Boden nach dem andern mit ſo leichter Muͤhe geſchafft, werden kann. Dieß hat zur Folge, daß, wenn vielleicht einmahl die untern Boͤden ausgeleert ſind, und der obere noch belaſtet iſt, dem Gebaͤude bei heftigen Windſtoͤßen ſehr bald ein Nachtheil zugefuͤgt werden kann. Zweitens aber, weil das Salz mit einer ungleich groͤßern Laſt auf die Balken, Unterzuͤge und Staͤnder druͤckt.
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