Teil eines Werkes 
3,1 (1811) Anweisung zur landwirthschaftlichen Baukunst : mit illuminirten Kupfern ; Theil 1, Abth. 1
Entstehung
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220 Zweiter Abſchn. Von Anlage u. Conſtruct. ſolcher Gebaͤude,

zweite und erſte 3 Steine in allen 4 Ringmauern, und die Giebel im Dache 12½ Stein ſtark angelegt werden muͤſſen.

Zu dem Magazin Fig. 122 mit Bogendach von 72 Fuß Diefe und von nur ei⸗ ner maſſiven Etage waͤren die Fronten 2 Stein ſtark zu machen. In Betreff der Giebel aber kaͤme es erſt darauf an, ob das Dach mit ganzen Walmen, oder mit gera⸗ de aufgehenden Giebeln gemacht werden ſoll. Im erſten Falle brauchen die Giebel nicht ſtaͤrker, als die Fronten zu ſeyn. Im zweiten Falle aber, welcher wegen Ge— winnung des innern Raums hier auch wohl der zweckmaͤßigſte ſeyn wuͤrde, koͤnnten die Giebel, entweder von der erſten Etage an, von ausgemauertem und maſſiv verblende⸗ tem Fachwerke, oder auch ganz maſſiv in der unterſten Etage 3 Stein ſtark, und in den obern Stockwerken in der Staͤrke der Fronten aufgefuͤhrt und an die Unterzuͤge geankert werden, wobei aber zwiſchen den Unterzugsſtaͤndern auf einen tuͤchtigen Laͤn⸗ genverband vermittelſt Sturmbaͤnder und Streben zu ſehen waͤre.

Solche maſſive, gerade aufgehende Giebel koͤnnen nicht fuͤglich abgeſetzt, naͤhm— lich in den obern Etagen nach und nach ſchwaͤcher gemacht werden, ſondern ſie muͤſſen in ſo fern, als dergleichen Abſaͤtze nicht von außen angelegt und etwa zur Decoration der aͤußern Anſicht benutzt werden, in gleicher Staͤrke von unten bis oben hinauf ge⸗ hen, weil der Bohlenſparren zu ſeinem Verband innerhalb mit dem Giebel eine glatte Flaͤche verlangt, und die Balken, worauf derſelbe ſteht, oder womit er verbunden iſt, doch nicht fuͤglich in die Mauer gelegt und eingemauert werden koͤnnen.

Das Verblenden der hoͤlzernen Fronten und Giebel, als Beabſichtigung mehrerer Feuerſicherheit, kann gegen Maſſivbau nur fuͤr einen Nothbehelf gelten, indem, wenn das, auf ſolche Art eingemauerte Holz verſtockt, dann die Reparatur deſſelben, ohne zugleich die ganze Verblendung mit niederzureißen, unmdglich iſt.

Die Staͤrke der Ringmauern in dem Fig. 121 vorgeſtellten Magazin iſt, ohne die Riſalite, in der erſten Etage 42 Stein, in der zweiten Etage 4 Stein„in der dritten und vierten Etage 3½ Stein, und in der fuͤnften und ſechſten Etage 3 Stein.

Daß das Dach auf einem Magazin vorzuͤglich dicht eingedeckt und verſtrichen

werden muß, weil durchdringende Feuchtigkeiten dem Getreide ſehr nachtheilig ſind, ſſt ſchon fruͤher erinnert worden. Das Dach auf dem, Fig. 12r vorgeſtellten Maga⸗ zin iſt auf einer Schalung von Brettern, welche abſichtlich mit einigen Zwiſchenraͤu— men, alſo nicht dicht an einander aufgenagelt ſind, ganz mit Kupfertafeln bedeckt worden.

Anm. Daß das Sammeln an Erfahrungen, auch ſelbſt bei gewoͤhnlich ſcheinenden Baugegenſtaͤnden, nie aufhoͤren wird, hat ſich auch bei dem erwaͤhnten Kupferdache beſtaͤtigt. Die Kupferplatten waren von bedeutender Groͤße, und da hierdurch weniger Naͤthe und Falzen darin erforderlich

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