Teil eines Werkes 
3,1 (1811) Anweisung zur landwirthschaftlichen Baukunst : mit illuminirten Kupfern ; Theil 1, Abth. 1
Entstehung
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Fachwerk, als maſſiv zu bauen. Meiner Meinung nach bleiben doch folgende Nach⸗ theile unwiderlegbar: erſtlich die mehrere Feuergefaͤhrlichkeit; zweitens die fruͤ⸗ here Vergaͤnglichkeit durch Einwirkung der Witterung, wenn naͤhmlich die Schwellen und Raͤhme der Fronten durch Faͤulniß ſich verſenken, waͤhrend die innern Unterzugs⸗ ſtaͤnder, welche vor der Witterung geſichert ſtehen, nicht mitſinken, und dieß um ſo weniger geſchieht, wenn die Unterzugsſtaͤnder doppelt ſind; drittens der unſichere Stand dieſer, innerhalb ohne alle Verankerung durch Scheidewaͤnde aufzufuͤhrenden Gebaͤude, beſonders wenn ſolche nicht tief und dabei ſehr hoch ſind, weshalb auch in Magazinen mit hoͤlzernen Umfaſſungswaͤnden, beſonders da, wo nicht von unten her⸗ auf gehende, doppelte Unterzugsſtaͤnder den lothrechten Stand des Gebaͤudes in etwas ſichern, wenigſtens alle 30 Fuß laͤngs beiden Fronten ſo genannte Strebebaͤnder, wie in Fig. 116 C in ab angedeutet worden,*) von der groͤßten Nothwendigkeit ſind; viertens die Ünſicherheit gegen leicht moͤgliche Dieberei. Wenn naͤhmlich die Fron⸗ ten der erſten Etagen auch nur von ausgemauertem Fachwerk ſind; ſo iſt es ein ſehr leichtes und faſt geraͤuſchloſes Unternehmen, ein Mauer⸗Fach durchzubrechen.

*) Um Wiederholungen zu vermeiden, ſind bei Beſchreibung des Schuppens Fig. 116 dieſe Strebe⸗ baͤnder dort uͤbergangen worden. In Abſicht der Stellung derſelben iſt zu erinnern, daß, wenn gleich Seite rir in der Anmerkung die Stellung dieſer Baͤnder nach der Richtung cd Fig. 1 6 C gewiſſermaßen fuͤr zweckmaͤßiger erklaͤrt worden iſt, dennoch hier die Stellung nach der Richtung ab vorgezogen zu werden verdient, weil letztere die Benutzung des Bodenraums weniger, als erſtere hinderlich iſt, und indem das Band den obern Balken unterſtuͤtzt, auf dem untern in einem feſtern Punkte ruht.

Dieſe und mehrere dergleichen Umſtaͤnde und Nachtheile ſind uͤberwiegend genug, die Magazine nicht mit hoͤlzernen, ſondern mit maſſiven Umfaſſungsmauern zu bauen, und dieß um ſo mehr, da es nicht ſo gar viel koſtſpieliger ſeyn kann, indem ja innerhalb doch alles von Holz iſt, und alſo nur die Umfaſſungsmauern maſſiv zu erbauen ſind.

Bei Beſtimmung der Staͤrke maſſiver Fronten fuͤr Magazine iſt darauf Ruͤck⸗ ſicht zu nehmen, ob das Magazin doppelte, von unten bis oben in einem fort ge⸗ hende Unterzugsſtaͤnder, oder einfache, welche in jeder Etage jedesmahl auf die Balken gezapft werden, erhalten ſoll. Letztere werden vom Sturmwinde weit mehr als erſtere leiden, folglich muͤſſen die Fronten ihnen die noͤthige Sicherheit geben, und ſtaͤrker als bei doppelten Unterzugsſtaͤndern gemacht werden. Weil aber gegenwaͤrtig faſt alle Magazine von mehrern Etagen mit doppelten Unterzugsſtaͤndern gebauet wer⸗ den, und eigentlich auch nie anders gebauet werden ſollten; ſo will ich nur fuͤr dieſe die anzunehmende Maueſſtaͤrke hier angeben.

Zu dem, im zweiten Theile Fig. 32 vorgeſtellten Magazin von 45 Fuß Diefe und 4 Etagen Hohe wuͤrde die oberſte Etage 2 Steine, die dritte 2½ Stein, und die

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