Teil eines Werkes 
3,1 (1811) Anweisung zur landwirthschaftlichen Baukunst : mit illuminirten Kupfern ; Theil 1, Abth. 1
Entstehung
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Von Ausmit⸗ telung der Groͤße eines Getreide⸗ Magazins.

2¹2 Zweiter Abſchn. Von Anlage u. Conſtruct. ſolcher Gebaͤude,

aͤußern Windeluken ſeine Zuflucht nehmen. In ſolchem Falle iſt dann zweckmaͤßig, eine uͤberbauete und mit Klappthuͤren verſehene Windeluke, nach§. 40. Fig. 88 D des zweiten Theils, anzuordnen. Auf dem Boden wird hiernaͤchſt der Sack mit Getreide auf einer Art Schubkarre mit zwei niedrigen Raͤdern, dergleichen die Baͤcker im Ge⸗ brauch haben, weiter fortgeſchafft.

*) In dem, Fig. 124 vorgeſtellten Magazin befindet ſich eine Tummelbaumwinde in der dritten Eta⸗ ge, von welcher das Tau bis in die ſechſte Etage hinauf, und von da, durch die Windeloͤcher, durch alle Etagen hinunter geht. Dieß iſt deshalb geſchehen, damit man das Rufen ſo wohl aus der erſten, als aus der ſechſten Etage bei der Winde in der dritten Etage leicht hoͤren kann.

Die Windeloͤcher ſind ohne Klappthuͤren und ganz offen, dagegen aber in jeder Etage mit einem Gelaͤnder umzogen.

Aus den erwaͤhnten Umſtaͤnden geht alſo hinlaͤnglich hervor, daß die Flure geraͤu— mig, und bei den, in Rede ſtehenden, großen Magazinen wenigſtens 10 Fuß breit, auch durch die ganze Tiefe des Gebaͤudes angelegt werden muͤſſen, um auf denſelben nach den Flurfenſtern in beiden Fronten gelangen zu koͤnnen.

§. 112.

Nach dem, was bisher uͤber Magazine geſagt worden, kann nun von Ausmitte⸗ lung der erforderlichen Groͤße eines Korn⸗Magazins gehandelt werden.

Ein Wiſpel Getreide oder 24 Berliner Scheffel, enthaͤlt genau gemeſſen 42,73 Kubikfuß. Unter den Getreidearten wird der Hafer auf dem Lande nicht mit dem Streichmaaße gemeſſen, und es giebt alsdann der Wiſpel 26 Scheffel. Dieß macht beinahe 46 Kubikfuß, daher eins ins andere gerechnet fuͤr den Wiſpel 44 Kubikfuß, oder fuͤr den Scheffel 1§½ Kubikfuß angenommen werden koͤnnen.—

Einige Oekonomen geben zu, daß Weitzen, Rocken und Gerſte 2 Fuß und dar— uͤber hoch geſchuͤttet werden koͤnnen, andere dagegen wollen dieſe Getreideſorten nicht hoͤher als 15 Zoll geſchuͤttet wiſſen. Dieſe Verſchiedenheit liegt ihren naͤhern Erklaͤ— rungen zufolge darin, daß erſtere auf fleißiges Umſchippen, letztere aber weniger dar⸗ auf rechnen. Der Hafer, als das leichteſte, mithin am lockerſten liegende Getreide, koͤnnte(wie ebenfalls von einigen angenommen wird), wenn es ſeyn muͤßte, ohne Nachtheil 3 Fuß hoch geſchuͤttet werden. Wir wollen daher aus allen dieſen Angaben eine Mittelzahl, und zwar die Schuͤttung aller Getreidearten im Durchſchnitt zu 1 Fuß hoch rechnen, wobei alsdann jeder Scheffel Getreide 1 Quadratfuß Raum er⸗ fordert.

Anm. Daß altes und trocknes Getreide hoͤher als friſches geſchuͤttet werden kann, verſteht ſich von ſelbſt.