Teil eines Werkes 
3,1 (1811) Anweisung zur landwirthschaftlichen Baukunst : mit illuminirten Kupfern ; Theil 1, Abth. 1
Entstehung
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welche Balkendecken und Bodenraum erf., als Magazine ꝛc. 211

lichen erſten, von dem dritten Boden auf den zweiten u. ſ. w. herabgeſchuͤttet wird; ſo kann(wenn auch von einem der untern Boͤden das Getreide zuerſt weggeſchafft werden muͤßte), ſolches von den daruͤber befindlichen Boͤden ſogleich wieder erſetzt, und dies nicht fuͤr eine zu unſtaͤndliche Arbeit geachtet werden, da dieß die Stelle einer förm⸗ lichen Umſchippung und Reinigung des Getreides vom Staube vertritt. Auch hat ein ſolches Verfahren den Nutzen, daß nicht durch die Laſt auf dem oberſten Boden unnd⸗ thiger Weiſe die ſaͤmmtlichen Unterzugsſtaͤnder in allen darunter befindlichen Etagen be⸗ laſtet werden.

Anm. Auch in dem engliſchen Werke Communications to the Board of Agriculture etc. London

1797, wird ein, auf dieſe Art und zu gleichem Behuf eingerichtetes Kornhaus, 14 Fuß in Qua⸗ drat groß, und ſieben ſehr niedrige Etagen hoch, beſchrieben.

Zur ordentlichen und bequemen Anlage eines Getreide⸗Magazins gehdren, nach Maaßgabe der Laͤnge und etwa noͤthigen Abtheilung deſſelben, ein oder mehrere geraͤu⸗ mige Flure in jeder Etage, auf welchen die Treppen liegen, um nach jeder Abtheilung der Boͤden kommen zu koͤnnen, ohne andere Boͤden paſſiven zu muͤſſen. Die Treppen muͤſſen ſehr bequem, d. h. hoͤchſtens nur mit 7 Zoll Steigung und wenigſtens ro Zoll Auftritt, dabei 4 Fuß breit ſeyn, damit ein Menſch bequem mit einem Sack voll Korn hinauf und herunter gehen kann. Ruhepxlaͤtze oder ſo genannte Podeſte in dieſen Trep⸗ pen zur Bequemlichkeit der Sacktraͤger anzulegen, iſt, bei Etagenhoͤhen von 7 ¾ bis g Fuß im Lichten, nicht nothig, vielmehr koͤnnten ſie mit ſolchen Podeſten leicht zu einer Auswechſelung der Balken Gelegenheit geben, welches moͤglichſt vermieden wer⸗ den muß.

Anm. In Remiſen, worin Ruͤſtwagen ꝛc. auf mehrern Boͤden über einander aufbewahrt werden, ſind anſtatt der Treppen, hoͤlzerne, mit Latten benagelte Rampen anzulegen, auf welchen die Wagen vermittelſt Winden auf die verſchiedenen Boͤden geſchafft werden.

In dem, allhier neuerlich erbauten Korn⸗Magazin, Fig. 121, iſt in der unterſten Etage kein abgeſonderter Flur, ſondern an allen vier Seiten ſind Einfahrtsthorwege angelegt. An bei⸗ den Enden des Gebaͤudes liegt eine, 6 bis 7 Fuß breite Treppe, um welche in jedem obern Boden, mit Freilaſſung eines breiten Sanges, ein Flur vermittelſt eines Lattenverſchlags vom uͤbrigen Boden abgeſondert iſt.

Hinter jeden Thorwegfluͤgel in der erſten Etage ſtehen ſtarke, eingegrabene Pfaͤhle, woran eiſerne Sturmſtangen befeſtigt ſind, vermittelſt welcher die Thorwege ohne Schloß, nur mit ei⸗ nem Riegel ſehr feſt von innen verſchloſſen werden. An einem der vier Thorwege fehlt eine der Sturmſtangen; dagegen iſt das Thor mit einem Schloſſe verſehen, durch welches man von außen in das Magazin gehen, und dann nach Gefallen die uͤbrigen Thore von innen oͤffnen kann.

Auch muß im Dachboden*) uͤber den Fluren eine Winde angelegt werden, ver⸗ mittelſt welcher das Korn in Saͤcken nach allen Etagen hinauf geſchafft werden kann. Sollten beſondere Umſtaͤnde, als z. B. wenn die unterſte Etage ſo niedrig iſt, daß nicht durch ſelbige gefahren werden kann, dieß verhindern, ſo muß man leider zu den

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