210 Zweiter Abſchn. Von Anlage u. Conſtruct. ſolcher Gebaͤude,
zweckmaͤßige und hinlaͤngliche Luft- und Lichtoͤffnungen angelegt werden. Zwei⸗ tens: Wenn von einem maſſiven Gebaͤude die Rede iſt, ſo muß ſolches langſam auf⸗ gebaut und erſt dann, wann die Mauern eine geraume Zeit ausgetrocknet ſind, be— putzt, auch erſt nach voͤlliger Austrocknung beſchuͤttet werden. Drittens: ſo muß auch das Getreide gehoͤrig trocken oder nicht zu friſch und feucht aufgeſchuͤttet wer— en.“*) Viertens aber iſt ſo wohl bei neuen und alten, als bei hoͤlzernen und maſſiven Korn Magazinen das fleißige Umſchippen des Getreides das allerſicherſte Mittel zur Conſervation deſſelben, und insbeſondere da, wo es etwa an hinlaͤnglichen Luftzuͤgen mangelt.
*) Im allgemeinen Anzeiger der Deutſchen vom Jahre 1309 im 179ſten Stuͤcke, wird folgendes Mit⸗ tel zur Vertreibung des ſchwarzen Kornwurms vorgeſchlagen: Man ſtecke die Bluͤthenpuſcheln der Hollunderbluͤthen in die von Kornwuͤrmern angegangenen Getreidehaufen an mehrere Stellen, und nach vier und zwanzig Stunden haben ſich alle Kaͤfer entfernt. Am beſten ſind hierzu die friſchen Bluͤthen.
**) In des Herrn Thaer's Annalen des Ackerbaues im achten Bande, S. 385 u. f. wird beſchrie⸗
ben, wie in Kurland gewoͤhnlich das Getreide vor der Aufſchuͤttung in eigenen dazu angeriäßteten Gebaͤuden, deren Beſchreibung an ſeinem Orte folgen ſoll, gedarret wird.
Damit nun das Umſchippen gehoͤrig vorgenommen werden kann, ſind bei Be⸗ ſchuͤttung jedes einzelnen Bodens eigene freie Plaͤtze, welche auch Luhmen genannt werden, dergeſtalt zu belaſſen, daß z. B. wenn ein Boden 50 Fuß lang beſchuͤttet werden ſoll, zuerſt an dem einen Ende eine Breite von 6 bis 3 Fuß durch die ganze Tiefe des Gebaͤudes zur Luhme verbleibt, nach 8 Tagen aber dieſe Luhme mit dem Um— ſchippen des Getreides vollgeſchuͤttet, und ſo die Luhmenbreite am andern Ende des Bodens entſteht, und ſo wechſelsweiſe alle 8 Tage. Dergleichen Luhmen muͤſſen, wie ſchon gedacht, auf jedem Boden, ja wenn der Boden etwa 100 Fuß lang ſeyn ſollte, muͤſſen ihrer wohl zwei vorhanden ſeyn, welche alſo bei Berechnung der zu be— ſchuͤttenden Groͤße eines Korn⸗Magazins in Anſchlag kommen.
Bei Beſchuͤttung der Boͤden iſt ferner in Hinſicht der Conſervation des ganzen Gebaͤudes dahin zu ſehen, daß erſt der unterſte, dann der zweite, dann der dritte Boden und ſ. f., nicht aber zuerſt der oberſte, dann der darunter folgende Boden u. ſ. f. beſchuͤttet werde. Eben ſo muß umgekehrt bei Ausleerung eines Magazins verfahren, naͤhmlich erſt der oberſte Boden, dann der darunter folgende u. ſ. w. entlaſtet werden, damit niemahls die oberſten Boͤden allein beſchuͤttet, und die untern vielleicht leer blei⸗ ben, wodurch von heftigen Windſtoͤßen ein nachtheiliges Schwanken, beſonders eines hoͤlzernen Magazin-Gebaͤudes, verurſacht werden kann. Wenn nun bei dieſem Ver⸗ fahren das Getreide, vermittelſt mehrerer kleiner Klappoͤffnungen mit Roͤhren von Brettern in allen Fußboͤden, z. B. von dem zweiten Boden auf den darunter befind⸗


