Von den Feldſtein⸗Arbeiten. 7
gegen„Saͤule behauen werden ſoll, es erfordert. Um nun einen dergleichen langen Granit⸗ faſt„block vom Felſen abzuloͤſen, werden mit geſtaͤhlten eiſernen Stangen hohle Cylinder nmer noder Loͤcher, je eines 2 Zoll weit von dem andern entfernt, auf folgende Weiſe in den „Felſen gebohrt. Eine Reihe von 50 bis 60 Arbeitern ſitzt auf dem Felſen; jeder von „dieſen haͤlt ſeine Bohrſtange; vor jedem ſitzenden ſteht ein anderer Arbeiter und ſchlaͤgt elun⸗„mit einem ſehr großen Hammer auf die Bohrſtange, wodurch der Granit endlich in nfeinen Staub zermalmt wird. Stark duͤrfen die Schlaͤge nicht ſeyn; ſonſt wuͤrde we⸗ der„gen des Zuruͤckprellens vom harten Granit die Stange, dem, der ſie haͤlt, beide Faͤuſte Das—„zerſchellen. Das Bohren geht folglich ſehr langſam. Der Bohrſand wird mit kleinen, unſt„an eiſerne Staͤbe geſchmiedeten Loͤffeln aus dem Cylinder herausgeholt. Je tiefer die „Loͤcher werden, deſto unbequemer wird das Ausraͤumen des Sandes, welches zuletzt dern„anders nicht geſchehen kann, als daß man Waſſer in den Cylinder gießt und eine hoͤl⸗ fer nzerne Stange raſch hineinſtoͤßt. Das herausgepreßte Waſſer nimmt dann von dem aus⸗ „gebohrten Sande etwas mit. Sind nun ſaͤmmtliche 130 Bohrloͤcher gegen 4 Fuß tief ung nin den Felſen hineingearbeitet(folglich etwas tiefer als der Durchmeſſer der Saͤule be— rt.„traͤgt), ſo werden in gemeldete, horizontal in den Felſen gehauene Rinnen eiſerne 8„Keile geſteckt; eine Reihe von Arbeitern ſtellt ſich davor hin mit großen eiſernen Haͤm⸗ rlin nmern, und im Tempo ſchlagen ſie alle zugleich, jeder auf ſeinen Keil, bis die noch ient„maſſiven Zwiſchenraͤume der Bohrloͤcher krachen, ſpalten, und die ungeheure Maſſe vom 33„Felſen ſich trennt. Bis dahin bleibt es zweifelhaft, ob der lange, ſchmale Felſenblock
„in einem einzigen Stuͤcke und in der erforderlichen Form ſich abloͤſen werde. Geſchieht „der Bruch fehlerhaft, ausgeſplittert und nicht aus Einem Stuͤcke; ſo iſt die, mehrere 3„Wochen lang dauernde Arbeit von 100 Menſchen verloren; ein Fall, der ſich wegen der F bei nglasartigen Sproͤdigkeit des Granits, aller moͤglichen Vorſicht ungeachtet, ſchon ereignet „hat. Nach der Trennung von der Felſenwand wird nun der Block abgerundet, die
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bil⸗„Saͤule wird aus dem Groben geformt, auf Walzen vermittelſt Flaſchenzuͤge ungefaͤhr 9oo „Schritt weit ans Ufer geſchafft, nach Petersburg verſchifft und dort vollends ausgear⸗ „beitet, worauf der Saͤule die hoͤchſt muͤhſame und langſam zu erreichende Politur gegeben. „wird. Jede dieſer Saͤulen haͤlt 280 Kubikfuß Granit à 120 Pfund: ſie wiegt alſo 33680 „Pfund. Aus dem Groben gearbeitet, mit Inbegriff des Waſſer⸗Transports, koſtet ſie 2800. don„Rubel, und da ihrer in allem 52 ſeyn ſollen, ſo laͤßt ſich aus dem, was dieſer einzige m⸗„Artikel koſtet, auf die Summe ſchließen, welche der ganze Bau dieſer Kirche erfordert ꝛc.“ ere⸗§. 5. en. 3.. 2. 38 Das Sprengen der großen Feldſteine mit Pulver iſt im erſten Theile nom Liene ; 272 2 gen der Feld⸗ de dieſes Handbuchs als eine bekannte Sache nur beilaͤufig erwaͤhnt worden. Da eine.
es indeß zuweilen eine gefaͤhrliche Sache fuͤr den Arbeiter war, ſo ſind ſeit der Zeit Verſuche gemacht und Erfahrungen geſammelt worden, wodurch die Gefahr gaͤnzlich abgewendet werden kann. Ehe ich von dieſer Verbeſſerung iht rede, muß ich zuvor das gewoͤhnliche Sprengen mit Pulver beſchreiben. Die
ten dazu erforderlichen Inſtrumente ſind folgende: 1) Ein aus gutem Eiſen beſtehen⸗ der und unten ſtark verſtaͤhlter ſogenannter Steinbohr Fig. 11, A und B, unge⸗ an faͤhr ¾ Zoll im Durchmeſſer ſtark und 16 bis 13 Zoll lang, womit ſchon ein 3 Fuß hoher Feldſtein hinlaͤnglich gebohrt werden kann. Unten erhaͤlt dieſer 18, Bohr die Form eines Meißels. Damit derſelbe ſich aber nicht zu leicht um⸗ in


