Teil eines Werkes 
3,1 (1811) Anweisung zur landwirthschaftlichen Baukunst : mit illuminirten Kupfern ; Theil 1, Abth. 1
Entstehung
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6 Von den Feldſtein⸗Arbeiten.

verwenden, waͤhrend daß Wohn⸗ und andere gewoͤhnliche Gebaͤude dagegen

Vom Spal ten der Feld⸗ ſteine.

mit einer außerordentlich abſtehenden Leichtigkeit erbaut wurden, welche faſt jede folgende Generation noͤthigte, ſie zu erneuern und ihren dabei immer mehr und mehr ausgedehnten Beduͤrfniſſen anzupaſſen.

Die Anwendung der Feldſteine zum Bauen zerfaͤllt in zwei Hauptabtheilun⸗ gen: in die Bearbeitung der Feldſteine ſelbſt, und in die Anwendung der rohen und allenfalls zerſprengten Feldſteine zum Mauern, Pfaaſtern ꝛc. Das erſtere, naͤhmlich die Bearbeitung der Feld- oder Granitſteine, iſt eine Kunſt, welche zwar in vielen Gegenden bisher ununterbrochen fortgeſetzt, in andern Gegenden aber dergeſtalt vernachlaͤſſiget worden iſt, daß dem Fleiße und Eifer geſchickter und erfahrner Baumeiſter, daſelbſt dieſe ſo nuͤtzliche Beſchaͤftigung jetzt wieder in Gang gebracht zu haben, unſere Achtung und unſer Dank gebuͤhrt.

Außer mehreren Gutsbeſitzern und Baumeiſtern in hieſiger Gegend hat ſich beſonders fuͤr Berlin der Koͤnigl. Geh. Ober⸗Hofbaurath, Herr Becherer, dadurch in dieſer Kunſt verdient gemacht, daß durch ſeinen Eifer fuͤr dieſe gute Sache nicht nur viele Trottoirs mit Granit⸗ platten belegt, Freitreppen gemacht und Barrieren mit Granitpfeilern umzogen, ſondern auch viele Leute in dieſer Arbeit unterrichtet worden ſind, und ſo dieſe Kunſt gemein⸗ nuͤtziger gemacht worden iſt.

Auch das hieſige Steinmetz⸗Gewerk machte unterm 17ten Juni 1806 bekannt, daß bei deſſen Altmeiſter, Herrn Hofacker, zu allen Zeiten dergleichen Arbeiten von Granit zu Treppenſtufen, Thorwegſchwellen, Platten, Prellpfaͤhlen, Laternen⸗Traͤgern ꝛc. zu den bil⸗ ligſten Preiſen zu haben waͤren.

d. 4. 3 Außer den, bereits im erſten Theile§. 148 aufgezaͤhlten Beiſpielen von Arbeiten dieſer Art bemerke ich noch, daß z. B. in Meklenburg und Ham⸗ burg die Bearbeitung der Feld⸗ oder Granitſteine bisher noch immer betrie⸗ ben und davon Schaͤlungen und dergleichen aufgefuͤhrt, auch Pflaſterungen angefertigt worden; aber als Haupt⸗Producte des Kunſtfleißes verdienen gewiß die vortrefflichen Graniteinfaſſungen der Newa und die 52 Granitſaulen der Kaſanſchen Muttergottes⸗Kirche in Petersburg obenan zu ſtehen*). *) Jede Saͤule iſt 29 Fuß 2 Zoll hoch und 3 ½ Fuß dick, aus Einem Stuͤcke.

Zu dieſem eigentlichen Bearbeiten des Granits werden die Steine nicht mit Pulver geſprengt, ſondern ſie muͤſſen auf die Art, wie bereits im erſten Theile§. 11 beſchrieben worden, geſpalten werden.

Anm. Von dem Abſpalten der, zu der oben gedachten Kaſanſchen Muttergottes⸗Kirche er⸗ forderlichen langen Granitbloͤcke ſteht in der Berliner Spenerſchen Zeitung No. 88 vom Jahre 1806 folgende Nachricht:.

Es werden mit beſonders dazu geſchmiedeten Spitzhaͤmmern in horizontaler Richtung,

Rinnen in den Felſen gehauen, ſo weit von einander, als die Maſſe, welche, zu einer