4 Von Gruͤndung der Gebaͤude
wird ſich durch die Oeffnungen des Bodens draͤngen, und, wie in Fig. 5 bei
g zu ſehen, alle vorhandenen Zwiſchenraͤume ausfuͤllen, nachdem wiederum ab⸗ wechſelnd einige Karren Moͤrtel und einige Karren Steine hineingeworfen worden. Die Steine muͤſſen aber nicht zu groß ſeyn, weil ſonſt Zwiſchen⸗ raͤume entſtehen, und das Ganze nicht die gehoͤrige Feſtigkeit erhalten wuͤrde. Iſt auf dieſe Art der Brunnen ausgefuͤllt, und, ſo bald man uͤber dem Grund⸗ waſſer bequem darin arbeiten kann, ordentlich ausgemauert(dergeſtalt, daß die letzte Lage, wie bei h Fig. 5, einige Zoll uͤber der Brunneneinfaſſung erhaben bleibt, um fuͤr das Zuſammenſetzen der Ausgfuͤllung einigen Spielraum zu laſ⸗ ſen), dann wird der nunmehrige Brunnenpfeiler ungefaͤhr 1½ Fuß hoch, nach dem Profil Fig. 5 i, und dem Grundriſſe Fig. 6, mit großen Steinen uͤber⸗
mauert. Auf dieſer Lage wird Fig. 7 k das Mauerwerk eingezogen, und die Pfeiler werden als Fundament zu den Boͤgen 1½¾ bis 2 Fuß hoch aufgefuͤhrt
und abgeglichen. Nunmehr werden die Lehrboͤgen 1 auf die Ecken der Pfei⸗ ler Fig. 8 bei m aufgeſtellt, welche, wie es ſich von ſelbſt verſteht, hiernaͤchſt wieder weggenommen werden. Alsdann mauert man die Boͤgen nn, auf welchen demnaͤchſt das Fundament zu dem zu erbauenden Gebaͤude aufgefuͤhret wird. Die Staͤrke der Boͤgen richtet ſich nach der zu tragenden Laſt, ſo wie hiernach auch die Weite der Brunnenpfeiler im Lichten. Die Entfernung der letztern wird wieder nach dem Zwecke des zu errichtenden Gebaͤudes beſtimmt; doch werden ſie gemeiniglich unter die Pfeiler oder Schaͤfte des Gebaͤudes, wie der Grundriß Fig. 9 zeigt, angeordnet; auch iſt es gut, bei freiſtehenden Gebaͤuden außerhalb der Ecken, Brunnen, wie eben dieſer Grundriß zeigt, und nach dem Profil Fig. 10, Strebeboͤgen darauf anzubringen.
Zuweilen dringt das Grundwaſſer ſo ſtark zu, daß die Ausſchoͤpfung des⸗ ſelben unmoͤglich wird. Die Ausmauerung kann aber deſſen ungeachtet ſtatt finden, indem man den eingeſchuͤtteten Moͤrtel und die kleinern Steine mit langen Stangen fleißig umruͤhrt, und mit eben dieſen Stangen die Steine demnaͤchſt zuſammen ſtampft, um abwechſelnd fuͤr die groͤßern Steine gerade Lager zu verſchaffen, deren Zwiſchenraͤume wiederum, durch das Umruͤhren der kleinern Steine und durch den Moͤrtel, gehoͤrig ausgefuͤllt werden.
So viele und mancherlei Ueberlegungen und Vorſicht die Anwendung der ausgemauerten Brunnen bei großen und ſchweren Gebaͤuden, beſonders aber bei Waſſerbauten, nach den bereits beigebrachten Bemerkungen erfordern moͤchte; ſo iſt doch als gewiß anzunehmen, daß dieſe Bauart in gewoͤhn⸗ lichern Faͤllen und bei leichtern maſſiven und hoͤlzernen Gebaͤuden von zwei


