Von den Balkenlagen und Decken. 15
natuͤrlich, daß die Laͤnge eg im Grundriſſe, der Laͤnge gh, oder der halben Tiefe des Gebaͤudes gleich ſeyn muß, und daß daſelbſt die aͤußere Seite des Balkens hgk beſtimmt befindlich ſeyn muß, weil der Anfallspunkt a des Wall⸗ men dahin trift.(m. ſ. den Aufriß)
Bey den Daͤchern mit halben Walmen, muß die halbe obere Breite ef des geraden Giebels, im Grundriſſe aus g in h getragen werden, woſelbſt der Balken liegen muß, worauf die Sparren zu ſtehen kommen, an welchen der Anfallspunkt o des Walmen zutrift. Sollte aber die uͤbrige Einthei⸗ lung des Gebaͤudes es nicht erlauben, die Balken ſo zu legen, daß der An⸗ fallspunkt der Walme ganz genau um die halbe Breite des Gebaͤudes, ſon⸗ dern etwas mehr oder weniger vom Giebel entfernt ſey, ſo hindert das eben nicht, nur muͤſſen die Anfallspunkte beider Giebelſeiten des Daches gleich
weit von dem Giebel ab, befindlich ſeyn*).
*) Man wolle dieſe Anweiſungen und Erinnerungen wegen ihrer Simplizitaͤt nicht als et⸗ was uͤberfluͤſſiges anſehen, und glauben, daß wohl kein Zimmermann dawider fehlen moͤchte; ein Beiſpiel hat mich kuͤrzlich von dem Gegentheil belehret, indem die Balken⸗ lage ohne Ruͤckſicht auf die Walme abgebunden war, und nach der Aufrichtung zeigte ſich, daß der Walm auf der einen Seite des Gebaͤudes eine ſchraͤgere Lage hatte, als der Walm auf der andern Seite; der Mißſtand ſiel zu ſehr auf; es konnte ſo nicht bleiben, ſondern man mußte auf den Kehlbalken etwas ſonſt unregelmaͤßiges aufbauen, um den richtigen Anfallpunkt fuͤr den Walm zu verſchaffen.
§. 5.
Bey den ganzen Walmdaͤchern wuͤrde es ſehr nachtheilig werden, wenn
man die Seiten⸗ oder Walmſparren auf die Giebelwaͤnde oder Giebelmauern ſtellen wollte, indem dieſe durch den Schub der Sparren herausgeſchoben wer⸗ den koͤnnten. Es muͤſſen alſo in einem durchgehenden Balken um zufoͤrderſt die ſo genannten Grad⸗Stichbalken ab und ocd, Fig. 6, nach der Richtung aus den Ecken oder Winkeln des Gebaͤudes auf den vorhin gedachten Anfallpunkt e, des Walmen, gezeichnet werden. Auf dieſe Stichbalken kommen die ſogenannten Gradſparren, welche die Ecken des Daches formiren, und die man ſich vorlaͤufig nach der perſpektiviſchen Zeichnung, Fig. 11 in ef und eh, vorſtellen kann. Nächſtdem ſind zwiſchen den vorgedachten Grad⸗Stichbalken, die ordinairen Stichbalken 1, 1, 1, 1, welche in den Hauptbalken nm, mit Zapfen befe⸗ ſtiget, auf Mauerlatten aufgekaͤmmet, welche, im Fall daß ganze Wal⸗ me anzubringen, bei dem Dachgebaͤlke auch auf die Giebelmauern gelegt wer⸗ den. Um aber das Ausweichen des Balkens um durch den Schub der Spar⸗ ren auf die Stichbalken, zu verhuͤten, koͤnnen allenfalls auch auf die Coridor,
Von Stich⸗ und Grad⸗ balken.


