Von den Balkenlagen und Decken. 13
anſehnliche Hoͤhe gemeiniglich von 12 bis 14 Fuß, und alſo wuͤrket nicht nur der Sturmwind ſehr auf ſelbige, ſondern das unausgedroſchene Getreide verurſachet auch einen ſtarken Seitendruck auf die Waͤnde, und die Er⸗ fahrung hat gelehrt, daß laͤngere als 30 bis 34 Fuß freie, ohne Gegen⸗ ſtrebung erbaute hoͤlzerne Scheunenwände, durch die Sturmwinde her⸗ einwaͤrts, oder durch den Druck des Getreides herauswaͤrts gedruͤckt oder
ausgebauchet worden ſind.
Anm. Kaum ſollte man es glauben, wie groß der Seitendruck loſer auf einander gelegter Koͤrper iſt. So ſiehet man z. B. Salz⸗Magazine, worin loſes Salz gegen die Waͤnde geſchuͤttet iſt, auch Torfſchuppen, wo die Waͤnde in der Mitte ganz krumm gebo⸗ gen waren; außer guten Ankerbalken iſt es daher noͤthig zu den Stielen in den Waͤn⸗ den ſolcher Gebaͤude, gutes breites Halbholz zu nehmen, und die breiten Seiten queer auf die Schwellen, die ſchmalen Seiten aber mit der Flucht der Waͤnde zu ſtellen.
Zu den Bundſtaͤndern kann allenfalls ganzes recht ſtarkes Holz genommen werden. Durch den mehrern Widerſtand, welchen dergleichen ſtarke, oder die mit der ſchmalen Seite gegen den Druck gekehrten Stiele leiſten, kann dem Ausbruche ſolcher Waͤnde zu⸗
vorgekommen werden.
3) Kommen uͤber einen ſolchen Taß 5 Sparren, 5 bis 5 ½ Fuß von ein⸗ ander entfernt, zu ſtehen, Fig. 8. A. welches den Stroh⸗ und Rohrdaͤ⸗ chern angemeſſen iſt.(Sollte eine Scheune mit Ziegeln gedeckt werden, welches jedoch nicht rathſam iſt, weil dieſe Daͤcher bey aller Vorſicht ſo trocken nicht halten, als wie die Stroh⸗ und Rohrdaͤcher, ſo wuͤrden 7 Sparren uͤber den Taß geſtellet werden muͤſſen.)
4) In beiden Faͤllen koͤnmt gerade in die Mitte ein durchgehender Spann⸗ balken, welcher(wie man in der Folge ſehen wird) auf einen oder wenn das Gebaͤude anſehnlich breit iſt, auf zwey hochkantig gezimmerte Unter⸗ zuͤge ab, lieget, welche wiederum in c und d auf Stielen ruhen, auch mit Stuͤtzbaͤndern gehoͤrig verſehen ſeyn muͤſſen. 5) Werden die Wechſel gh, ik, 1m und no, worin die Stichbalken ſtecken, nicht uͤber 15— 16 Fuß lang, ſo daß wenn ſie nicht an ſich zu ſchwach ſind, ſie ſich in dieſer Weite ohne einzubiegen erhalten koͤnnen.
Bey dieſer Gelegenheit iſt wieder in Erinnerung zu bringen, daß das Holz in der horizontalen Lage, am ſchwaͤchſten iſt, daher ſo wie vorher bei den Balken bemerkt worden, dieſe Wechſel nicht weiter frei oder ohne Unterſtuͤtzung liegen muͤſſen, als die Erfahrung lehret, daß ſolches ohne einzubiegen geſchehen kann, das iſt 15— 16 Fuß. Das Einbiegen der Wechſel iſt auch bei Scheunen um ſo eher zu beſorgen, weil wie ſchon vorhin geſagt worden, das Getreide ſich darauf aufhaͤngt.


