Von der Dispoſition der Balken bei Scheu⸗ nen.
12 Erſter Abſchnitt.
die Balken, lediglich nach der Weite der Sparren, d. i. bei Ziegeldaͤchern koͤn⸗ nen Balken und Sparren 3 ½, bey Stroh⸗ und Rohrdaͤchern aber 5 ½¾ bis 6 Fuß weit auseinander ſeyn.
Auch brauchen in dieſem Fall, die Balken nicht einmal alle durchzuge⸗ hen, ſondern es kann einer um den andern ausgewechſelt werden, beſonders bei Ziegeldaͤchern, wo die Sparren nur 3 ½ Fuß auseinander zu ſtehen kommen.
§. 3.
Unter den oͤkonomiſchen Gebaͤuden ſind die Scheunen diejenigen, welche ihrer Beſtimmung nach, keinen Boden gebrauchen, ſondern das eingebrachte und unausgedroſchene Getreide iſt vom Grunde an, auf unterlegten Stangen oder loſem Strauchwerk, damit es nicht unmittelbar auf der Erde liege, in den Pan⸗ ſen oder Taſſen bis unter das Dach aufgeſtapelt. Balken ſind alſo bei dieſen Gebaͤuden hinderlich, und der Landwirth wuͤnſchet Scheunen, ohne ir⸗ gend einen derſelben in den Panſen oder Taſſen zu haben. Es ſind aber einige Balken ſchlechterdings nothwendig, einmal, um, wenn die Scheune von Holz iſt, die Holzwaͤnde zuſammen zu halten, anderntheils aber, um bei maſſiven Scheu⸗ nen die ohnedem hohen Umfangsmauern derſelben zu ankern. Die uͤbrigen Bal⸗ ken werden ausgeſchnitten, nur muͤſſen die Wechſel, worin dieſe eingezapft ſind, an und fuͤr ſich nicht zu lang werden, das iſt, nicht uͤber 1— 16 Fuß lang ſeyn, weil ſie ſonſt theils von ihrer eigenen Laſt, auch weil das Getreide ſich darauf haͤngt und ſie beſchwert, dadurch herunterbiegen wuͤrden, weshalb in einer ſolchen Weite durchgehende Balken vorhanden ſeyn muͤſſen, worin die Wechſel gelegt werden koͤnnen.
Man erreicht dies am beſten, wenn die Scheunen⸗Panſen oder die Ten⸗ nen nicht uͤber und nicht unter 30 bis 34 Fuß lang gemacht werden. Dies iſt auch:
1) eine von Landwirthen anerkannte, dem wirthſchaftlichen Gebrauch ange⸗ meſſene Laͤnge, wobei es nicht zu beſchwerlich faͤllt, das Getreide vom Scheunenflur bis an das Ende eines ſolchen Taſſes zu bringen.
2) Bekoͤmmt das Gebaͤude alsdenn nicht laͤnger als auf 30 bis 40 Fuß frei⸗ ſtehende Waͤnde, ſondern es erhaͤlt durch die mit Strebebaͤndern verſehenen Taßwaͤnde, Fig. 8 B, und wenn zwei Scheunen⸗Taſſe zuſammenſtoßen, wie Fig. 8 C, durch die eben ſo verbundene Mittelwand ab zwiſchen zwef Taſſen,(welche nicht wegbleiben darf, obgleich das Fachwerk in ſelbiger o⸗i fen ſeyn kann,) hinlaͤngliche Gegenſtrebung. Die Scheunen erhalten eine


