Von den Balkenlagen und Decken. 11
und der Unterſchied, daß bei den Scheidewaͤnden in maſſiven Gebaͤuden zwey Balken gegen die Scheidewaͤnde zu liegen kommen, faͤllt hier weg, weil wei⸗ ter keine aufſtehende Mauer folgt. Die uͤbrigen Balken zwiſchen dieſen wer⸗ den, wie vorhin bei den Balkenlagen über die Etagen angewieſen worden, ein⸗ getheilt, und zwar bei Wohngebaͤuden nach Maaßgabe derjenigen bereits ange⸗ gebenen Weiten, welche die Windelboden zulaſſen.
Die Eintheilung der Dachbalken beſtimmt zugleich die Stellung der Sparren. Nun trift es ſich bei den Ziegeldaͤchern ſo vortheilhaft, daß die fuͤr Windelboden angemeſſene Entfernung der Balken von 3 bis 3 ½ Fuß zugleich diejenige Auseinanderſtellung der Sparren iſt, welche ſich fuͤr Ziegeldaͤcher ſchickt. Allein bei den leichtern Stroh⸗ und Rohrdaͤchern, koͤnnen die Sparren 5 bis 6 Fuß aus einander geſtellet werden. Wollte man aber auch die Bal⸗ ken ſo weit aus einander legen, wenn Windelboden dazwiſchen kommen, ſo wuͤrde dieß zu viel gewagt ſeyn, weil dergleichen Decken ſich in ſolcher Breite zwiſchen zwey Balken, nicht erhalten koͤnnen.
Einige Baumeiſter legen daher bei dergleichen mit Stroh⸗ oder mit Rohrdaͤchern zu bedeckenden Wohngebaͤuden, die Balken 3 ¾ bis 4 Fuß weit auseinander, ſetzen aber nur auf einem Balken um den andern, ein paar Spar⸗ ren, ſo daß die Sparren 7 bis 8 Fuß weit auseinander zu ſtehen kommen, welches wiederum, ſelbſt um die leichten Stroh⸗ und Rohrdaͤcher zu tragen, etwas zu viel iſt.
Am rathſamſten bleibt es alſo, die Balken von ſtarkem und geſundem Holze 3 ¾ bis 4 Fuß auseinander zu legen, und auf jedem ein paar Spar⸗ ren aufzuſetzen, denn wenn gleich auf dieſe Weiſe die Sparren fuͤr Stroh⸗ und Rohrdaͤcher etwas naͤher aneinander zu ſtehen kommen, als die Schwere einer ſolchen Bedeckung es erfordert, ſo iſt es doch immer beſſer, etliche Stuͤcke ſchwa⸗ ches Holz mehr zu verwenden, als um ſolches zu erſparen, die Balken und Sparren zu weit auseinander zu bringen, und deshalb der Dauerhaftigkeit in Abſicht des moͤglichen Herunterſtuͤrzens der Windelboͤden zu nahe zu treten.
Anm. Da man ſich doch auch wohl mit der Zeit der Lehmſchindeldaͤcher mehr bedie⸗ nen wird, welche bei ihren uͤbrigen uͤberwiegenden guten Eigenſchaften, freilich etwas ſchwerer ſind, als die gewoͤhnlichen Stroh⸗ und Rohrdaͤcher, ſo wird dieſe Sparrenweite zugleich fuͤr erſtgedachte Daͤcher gerade angemeſſen ſeyn.
Bey Gebaͤuden, welche keine Windelboden bekommen, auch ſonſt nicht große Laſten tragen ſollen, ſondern wo die Balken nur mit Brettern belegt, oder die Faͤcher zwiſchen ſelbigen gar offen bleiben, richtet ſich die Weite zwiſchen
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