10 Erſter Abſchnitt.
da, wo andere Balken gegen Roͤhren liegen, kann der Raum zu den Roͤhren dergeſtalt durch das Ausſchneiden der Balken erweitert werden, daß ſie weit genug vom Holze abbleiben, d. i. 5 Zoll von der aͤußern Seite der Roͤhren.
Bey dem Entwurf einer Dachbalkenlage, iſt ferner folgendes zu beobachten; bekoͤmmt das Gebaͤude gerade aufgehende Giebel, und es iſt von Holz, ſo kommen die Giebelbalken auf die Giebelwaͤnde, alſo mit der aͤußern Flaͤche der Giebelwand gleich, zu liegen, in welchen Giebelbalken auch die untern Wandſtiele und die Stiele des obern hoͤlzernen Giebels eingezapft ſind.
Man ſiehet aber nur gar zu oft, beſonders bei freiſtehenden Gebaͤuden, und vorzuͤglich, wenn die Giebel nach der Wetterſeite gerichtet ſind, daß der⸗ gleichen Giebelbalken ſchadhaft werden, weil ſelbige, durch das viele Einlochen zu den Zapfenloͤchern der untern und obern Stiele geſchwaͤcht werden, wobei das Waſſer zu viele Gelegenheit findet, in die Zapfenloͤcher einzudringen, und die Giebelbalken in Faͤulniß zu bringen. Es iſt aber bekannt, wie koſtbar und ſchwer es iſt, neue Giebelbalken einzubringen, daher es beſſer ſeyn wuͤrde, die untere Wand mit einem beſondern Rahmſtuͤcke zu verſehen, darauf nach Fig. 7. A und B unter gehoͤriger Unterſtuͤtzung des Balkens, ein vertrumpftes oder Stichgebaͤlke x anzubringen, und darauf eine Schwelle v zu legen; dieſe erhielt zwar eine hoͤhere Lage als die andern Balken, auch wuͤrde dadurch verurſacht, daß die Sparren etwas weiter als ſonſt von den Balkenkoͤpfen zu⸗ ruͤcktreten; bei Anwendung etwas laͤngerer Aufſchieblinge koͤnnte aber demohn⸗ geachtet kein Nachtheil durch das vorgedachte entſtehen.
Es ließe ſich dieſes auch bey hoͤlzernen Gebaͤuden von mehreren Stock⸗ werken, in den Balkenlagen der Stockwerke mit Nutzen bewerkſtelligen, wie ſol⸗ ches aus vorgedachten Figuren zu erſehen iſt.
Will man aber bey der alten Gewohnheit bleiben, ſo iſt doch wenig⸗ ſtens rathſam, zu den Giebelbalken, vorzuͤglich ſtarkes, kernichtes und dauerhaf⸗ tes Holz zu waͤhlen, auch den Balken etwas vorſtehen zu laſſen, und eine Ab⸗ waͤſſerung daran anzubringen, d. i. die obere Kante des Balkens ſchraͤge ab⸗ zuſtoßen.
Bei maſſiven Gebaͤuden, werden die Giebelbalken, wie bereits angefuͤh⸗ ret, mit ihrer aͤußern Flaͤche, um die halbe, auch wohl zuweilen um die ganze Laͤnge eines Ziegelſteins, von der aͤußern Giebelflaͤche zuruͤck gelegt, um gegen den hoͤlzernen Giebel her, eine maſſive Vormauer auffuͤhren zu koͤnnen.
Naͤchſtdem muß in der Dachbalkenlage auf jeder unter derſelben befind⸗ lichen Queerwand, ſie ſey von Holz oder maſſiv, ein Balken zu liegen kommen,


