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Von den Balkenlagen und Decken. 9
Das Vertrumpfen iſt indeſſen in den Balkenlagen der Etagen bei wei⸗ tem ſo ſchaͤdlich nicht, als in den Dachbalkenlagen, wegen des Schiebens der Sparren, wovon ſo eben die Rede geweſen.
In den Balkenlagen uͤber den Etagen iſt es nicht einmal noͤthig, daß alle Balken ganz durchgehen, ſondern es koͤnnen wenn nur einige und beſonders die auf den Pfeilern zwiſchen die Fenſter treffende Balken durchgehen, um die Mauern daran zu ankern, als in Fig. 4. ab, ab, die Zwiſchenbalken auf die Mittelwand geſtoßen werden. Man kann auch ſo gar anſtatt der Zwiſchen⸗Balken, Bohlen hochkantig in die Balken einlaſſen, wie in eben gedachter Figur vorge⸗ ſtellet iſt; nur die Dachbalken muͤſſen wegen des Schiebens der Sparren ganz durchgehen*). Wird dieſes erfuͤllt, ſo iſt die Meinung, daß die Daͤcher uͤber⸗ haupt, auf die Außenwaͤnde ſchieben, und zwar deſtomehr je flaͤcher ſie ſind, ganz ungegruͤndet; das mehr oder mindere Schieben der Sparren, nach der flachern oder ſteilern Lage derſelben, findet nur in den Zapfenloͤchern der Spar⸗ ren in den Balken, ſtatt. Auf die Mauern hat ſolches bei ganzen Balken gar keine Wuͤrkung, ſondern ein Dach mit ganzen Balken und den darauf ſtehen⸗ den Sparren, iſt im Ganzen als ein liegendes Prisma anzuſehen, welches bloß einen ſenkrechten Druck auf die Mauern und Waͤnde ausuͤbet.
*) Es kann Faͤlle geben, wo Gebaͤude eine außerordentliche Tiefe erfordern, z. B. die Remi⸗ ſen fuͤr das Artillerie-Fuhrwerk in Koͤnigsberg in Preußen mußten nach dem Muſter der Berliniſchen, 54 Fuß tief erbauet werden. Ob es nun zwar hier ſo wohl als viel⸗ leicht an anderen Orten nicht unmoͤglich geweſen ſeyn wuͤrde, lauter ſolche lange Bal⸗ ken zu verſchaffen, ſo waͤre es doch mehrentheils zu koſtbar und man hat ſich daher be⸗ gnuͤgt, ſo wie bei den Berliniſchen Remiſen, bei den Dachbalkenlagen nur zu den Bin⸗ dern, das iſt immer den 4ten Balken, von einer Laͤnge zu nehmen, die uͤbrigen aber vermittelſt ſtarker eiſerner Klammern, an ihren Stoͤßen zu befeſtigen. Die Manſarde⸗ oder gebrochene Daͤcher, womit dieſe Gebaͤude verſehen ſind, ſchieben indeſſen auch nicht ſo ſehr als die Sparren der gewoͤhnlichen Daͤcher, weil bei Manſarde⸗Daͤchern, die Sparren des untern Theils weit ſteiler ſtehen, als die Sparren bey geraden Daͤchern.
Wenn der Raum zwiſchen zwei Balken zu einer aufgehenden Treppe zu ſchmal ſeyn ſollte, ſo hindert es nicht, den Balken einige Zoll tief auszu⸗ ſchneiden, wie Fig. 6. zu ſehen, oder denſelben ſo weit es die Oefnung erfordert, etwas von ſeiner Breite zu benehmen, wenn nur die Hoͤhe deſſelben verbleibt, und ein ſolcher Balken im Dachgebaͤude durch die ganze Tiefe des Gebaͤudes in einer Laͤnge durchgeht. Eben dieſes Ausſchneiden eines Balkens an einer Seite, kann bei den vorhingedachten, gegen die Queerſcheidewaͤnde liegenden ſo genannten Orthbalken, an den Stellen wo Roͤhren in dieſen Waͤnden liegen, Fig. 1. D. nöthig ſeyn, damit das Holz ſelbigen nicht zu nahe komme. Auch
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