Teil eines Werkes 
2 (1798) Handbuch der Land-Bau-Kunst, vorzüglich in Rücksicht auf die Construction der Wohn- und Wirthschafts-Gebäude für angehende Cameral-Baumeister und Oeconomen. 2
Entstehung
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8 Erſter Abſchnitt.

nien ab, ab zeigen; nur muß ſolches nicht mit den Dachbalken Fig. 3. B ge⸗ ſchehen, wenn nicht auch der Giebel auf der ſchmalen Fronte befindlich iſt, ſon⸗ dern das Dach nach dieſer ſchmalern Seite des Gebaͤudes zu, ſeinen Abfall haben ſoll, weil ſonſt lauter ſogenannte Stichbalken gh angebracht werden muͤßten, worin die Sparren nicht mit Sicherheit ſtehen.

Bei dem Gebäͤlke iſt alſo vorzuͤglich dahin zu ſehen, daß ſo wenige Balken als moͤglich durchgeſchnitten oder vertrumpft werden, ſondern daß ſie durchgehen, damit auf jedem Ende derſelben eine Sparre, oder daß immer ein paar Sparren gegeneinander auf einen ganzen Balken zu ſtehen kommen koͤnnen, indem dadurch nicht nur ein Gleichgewicht der in entgegengeſetzten glei⸗ chen Richtungen zuſammengeſtellten Sparren entſtehet, ſondern weil es uͤber⸗ haupt ohnmoͤglich iſt, daß irgend eine Kraft, einen ganzen Balken der Laͤnge nach, zerreißen oder auseinander ſchieben koͤnne, wohingegen es nur zu leicht moͤglich iſt, daß ein zerſchnittener oder vertrumpfter Balken, durch den Schub der Sparren herausgeſchoben werden kann, weshalb alſo auch in dem vorge⸗ dachten Fall, die Dachbalken nach Fig 3. C nach der Tiefe des Gebaͤudes ik, ik gelegt werden muͤſſen.

Um uͤberhaupt das Ausſchneiden der Dachbalken moͤglichſt zu verhuͤten, ſind alſo vorzuͤglich die Bodentreppen ſo anzulegen, daß die Oefnung nicht queer durch das Gebaͤlke trift, wie Fig. 5, ſondern daß der Treppenausgang mit den Balken parallel, oder zwiſche, zwey Balken zu liegen kommt, wie in Fig. 6 zu ſehen. Zu dem nachtheiligen Vertrumpfen vieler Dachbalken, wuͤrde man auch alsdann genoͤthiget ſeyn, wenn wie in Fig. 1. A und B, die Trep⸗ pen uͤbereinander liegen, und große Treppenloͤcher gelaſſen werden muͤſſen; wel⸗ che Anlage daher bei den Bodentreppen zu vermeiden iſt.

Aus eben angefuͤhrten Urſachen wuͤrde es auch vorzuͤglich gut ſeyn, die Schornſteinroͤhren hintereinander in die Queer⸗Scheidewaͤnde, wie Fig. 1. D zu legen; weil ſolches aber zuweilen andere Unbequemlichkeiten verurſacht, die in der Folge vorkommen werden, ſo iſt man oft genoͤthiget die Roͤhren gegeneinander in die Mittelwaͤnde, nach der Laͤnge derſelben anzubringen. Um auch alsdenn das ſchaͤdliche Vertrumpfen vieler hintereinander liegender Dachbalken zu ver⸗ meiden, muß man die Roͤhren ſo disponiren, daß zwiſchen einigen, ganze Bal⸗ ken durchgehen, dergeſtalt daß nur ein bis zwey nebeneinander liegende Balken

vertrumpft verden duͤrfen.. Anm. Wenn die Roͤhren in die Mittelwaͤnde gelegt werden, pflegt es auch wohl zu geſchehen, daß die Rauchfangshoͤlzer der Kuͤchen, mit den eiſernen Bolzen an abgetrumpfte Balken angehaͤngt werden, welches man aber zu verhuͤten ſuchen muß. Das Da