Teil eines Werkes 
2 (1798) Handbuch der Land-Bau-Kunst, vorzüglich in Rücksicht auf die Construction der Wohn- und Wirthschafts-Gebäude für angehende Cameral-Baumeister und Oeconomen. 2
Entstehung
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Von den Balkenlagen und Decken. 27

ſen, ſondern es muß jederzeit ein Balken auf den maſſiven Queerwaͤnden lie⸗ gen, wenn nemlich oben keine maſſive Wand auf die untere folgt.

Eben ſo erfordert oͤfters die Anlage der Treppen, oder der Schornſteine, ſich darnach mit den Balkenlagen zu richten: weil es aber nicht jederzeit ange⸗ het, die Balken dergeſtalt zu disponiren, daß ſie nicht in Abſicht der zwiſchen ſich zu tragenden Deckenfache zu weit oder zu nahe aneinander zu liegen kom⸗ men moͤchten, indem ſie zugleich vor den Treppenoͤfnungen, Schornſteinroͤhren, Brandmauern und dergl. vorbeigehen ſollen; ſo muͤſſen dieſerhalb zuweilen Bal⸗ ken abgeſchnitten, oder nach der Kunſtſprache vertrumpfet werden, das heißt, es wird einer oder auch einige nebeneinander liegende Balken abgeſchnitten, und von einem der an den Seiten ganz gebliebenen Balken bis zum an⸗ dern ein Queerholz ab und ab Fig. 1. C. eingelegt, welches ein Wechſel ge⸗ nannt wird, und worin einer oder mehrere abgeſchnittene oder vertrumpfte Bal⸗ ken eingezapft werden.

Man ſieht leicht ein, daß es vorzuͤglich noͤthig iſt, zu einem ſolchen Wechſel ein ſtarkes und geſundes Stuͤck Holz zu nehmen, auch muß vorgedach⸗ ter Wechſel bey a und b, ſo wohl als der vertrumpfte Balken, nicht bloß mit einem gewoͤhnlichen Zapfen, ſondern mit einem ſogenannten Bruſtzapfen oder Verſatzung nach Fig. 2, in den Wechſel eingelaſſen werden.

Aus dieſen Figuren, wo die untere den Wechſel, und den darin geſteck⸗ ten Balken von oben, die daruͤber befinliche Figur aber, alles von der Seite vorſtellet, wird man leicht bemerken, daß hier nicht der Zapfen allein, ſondern ein Theil der halben Dicke des vertrumpften Balkens auf dem Wechſel auf⸗ liegt. Es iſt beſonders noͤthig, daß dieſe Arbeit genau und fleißig gemacht werde, denn bei einer nachlaͤßigen Bearbeitung der Verzapfung, oder bei ent⸗ ſtehender Schadhaftigkeit des Wechſels, wuͤrden die vertrumpften Balken, da ſie ſonſt kein Auflager, als mit dem einen Ende auf die Hauptmauern haben, ſamt den darin angebrachten Decken herunterſchlagen, wie dergleichen nicht ohne Beiſpiel iſt*).

*) Bei etwas waldkantigen Balken, pflegt man auch wohl die obere Kante des Wechſels ab⸗ zuſchraͤgen und den Trumpfbalken ebenfalls oben uͤber den Zapfen ſchraͤge zu bearbeiten,

damit derſelbe mit dieſer Laſche, außer dem Zapfen, noch eine Auflage auf den Wechſel erhaͤlt.

Bey Gebaͤuden, welche eine groͤßere Tiefe, als die Laͤnge der Fronte haben, als Fig. 3, kann man zur Erſparung der längern Balken, zwiſchen den Etagen mit der Fronte parallel laufende kuͤrzere Balken legen, wie die Li⸗